Deckenerneuerungen von Landesstraßen

2,9 Millionen Euro für neuen Radweg

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Für die Erneuerung der Straßendecke der Ortsdurchfahrt (L3115) in Klein-Zimmern hat das Land 60 000 Euro geplant.

Wiesbaden/Zimmern - Demnächst könnte sich doch endlich etwas tun auf Zimmerns Pflaster. 7 200 Kilometer Landesstraßen hat Hessen, und jeder fünfte Kilometer ist schlecht in Schuss. Minister Al-Wazir will den Sanierungsstau jetzt in Angriff nehmen. Von Gudrun Fritsch 

Für 30 Millionen Euro sollen Radwege an 60 Landesstraßen gebaut werden, in Groß-Zimmern sind drei Straßen und ein Radweg dabei. Das Land Hessen will über die nächsten Jahren 385 Millionen Euro in die Sanierung von Landesstraßen stecken. Verkehrsminister Al-Wazir (Grüne) hat kürzlich eine Liste mit 540 Einzelbaumaßnahmen vorgestellt, um bis 2022 Straßen mit Rissen, Löchern oder unsicheren Stellen zu modernisieren. Die schwarz-grüne Koalition setze mehr auf Erhalt und Sanierung als auf Neubau, sagte der Minister. Bislang verschlingt der Erhalt 72 Prozent des Straßenbau-Etats, der Anteil soll bis 2019 auf 83 Prozent steigen. Neu sei der Ansatz, nach objektiven Kriterien eine lange Problemliste aufzustellen und sie dann abzuarbeiten. Keine Kommune solle den Eindruck haben, bei der Planung von Jahr zu Jahr immer wieder leer auszugehen.

Der traurige Befund ist, dass 22 Prozent der hessischen Landesstraßen in sehr schlechtem Zustand sind. Zum Vergleich: Bei den Autobahnen lag der Anteil 2013 nur bei sieben Prozent. Al-Wazir gestand ein, dass seine sogenannte Sanierungsoffensive nicht einmal den Teil der sehr schlechten Landesstraßen umfasse, von den Straßen in schlechtem Zustand ganz zu schweigen. Geplant sind 108 Bauwerkserneuerungen, vor allem Brücken, 289 Fahrbahnsanierungen und 123 andere Umbau- und Ausbaumaßnahmen. Die meisten Großprojekte sind in Nordhessen geplant. In der Region sind meist nur kleinere Arbeiten vorgesehen.

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg werden 21 Sanierungen in Angriff genommen. Das ist angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen eine herausragende Leistung“, sagte der örtliche Wahlkreisabgeordnete der CDU, Manfred Pentz, der sich dabei gewiss auch für seinen Heimatort stark gemacht hat. „Mit der Bekanntgabe der Sanierungsoffensive wird zudem eine neue Ebene der mittelfristigen Planbarkeit und Transparenz für die Städte und Gemeinden anhand objektiv nachvollziehbarer Kriterien erreicht. Sie haben nun eine Zusage und einen Zeithorizont“, lobt Pentz. Er freue sich ganz besonders, dass der Radweg zwischen Groß- und Klein-Zimmern für 2,9 Million Euro auf einer Länge von rund 1,2 Kilometern ausgebaut wird und damit auch die Radfahrer in der Region von der Sanierungsoffensive profitieren.

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Außerdem wurden für die Bauwerkinstandsetzung an der L 3114 (Mühlbach) 300 000 Euro eingeplant. Die 1,6 Kilometer Deckenerneuerung auf der L 3115 zwischen Gundernhausen und Groß-Zimmern schlägt mit 450 000 Euro zu Buche und gut 250 Meter sollen auf die Landesstraße 3115 im Ortsteil Klein-Zimmern für 60 000 Euro erneuert werden. Finanziell sollen jährlich landesweit zwischen 50 und 55 Millionen Euro aufgewendet werden. Die Kosten für neue Straßen sollen von 20 bis 25 Millionen Euro pro Jahr auf die Spanne von 15 bis 20 Millionen ab 2019 sinken. Ein Puffer von zehn Millionen Euro für Straßen, deren Zustand sich rasch verschlechtert, sei eingeplant, so Al-Wazir. Die Opposition im Landtag bezweifelte, dass die Mittel ausreichen. Die hessischen Unternehmerverbände (VhU) begrüßten zwar den Vorrang von Erhalt vor Neubau, doch insgesamt würde zu wenig Geld fließen, kritisierten die VhU. Die Verbände fordern 100 Millionen Euro jährlich für den Straßenbau.

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