Kraftdreikampf-Wettbewerb

Nach Jahr am Limit „Bembel Cup“ in kommodem Rahmen

Vorne Bembel, hinten Bankdrücken: Für seine Kraftdreikampf-Veranstaltung am Samstag in der Athletenhalle mobilisierte der AV „Vorwärts“ Groß-Zimmern 34 meist junge Helfer aus den eigenen Reihen.

Groß-Zimmern - Wie viele andere Vereine hat auch der Athletenverein (AV) „Vorwärts“ Groß-Zimmern mit Blick auf die Altersstruktur jetzt und künftig einige Herausforderungen zu bewältigen. Von Jens Dörr 

Aber bei Einsätzen für den elften „Bembel Cup“ im Kraftdreikampf halfen 34 meist junge Athleten mit. „Wir haben derzeit 170 Mitglieder. Ich schätze, dass 120 von ihnen älter sind als 60 Jahre“, sagte am Samstagmittag der Vorsitzender Olaf Nimmerfroh. Umso stärker war es einzuschätzen, dass die Athleten in ihrer vereinseigenen Halle in der Johannes-Ohl-Straße am Samstag über 34 meist junge Helfer auf die Beine brachten, um ihren inzwischen elften „Bembel Cup“ im Kraftdreikampf über die Bühne zu bringen.

Nach einem Rekordjahr 2014, als 170 Sportler dafür sorgten, dass es schwerer war, den „Bembel Cup“ zu gewinnen als die Deutsche Meisterschaft der Kraftdreikämpfer, reduzierten die Groß-Zimmerner am Wochenende gewollt den Umfang der Veranstaltung. „Im Vorjahr waren wir wirklich am Limit“, blickte Nimmerfroh zurück. Bis in den späten Abend hinein war 2014 in den drei Disziplinen (Kniebeugen, Kreuzheben, Bankdrücken) Eisen bewegt worden. Diesmal endeten die Wettkämpfe mit weniger als der Hälfte der letztjährigen Teilnehmerzahl am frühen Abend.

Allerdings hatte der AV auf seinen Co-Ausrichter AC „Siegfried“ Darmstadt diesmal verzichten müssen. Nach dem Höhepunkt 2014 schieden die Darmstädter aus, die den Wettkampf vier Jahre lang zusammen mit den Groß-Zimmernern gestemmt hatten. „Jetzt sind wir wieder auf dem Niveau wie vor der Zusammenarbeit“, so Nimmerfroh, der darüber nicht eben traurig wirkte. „Auch nervlich waren wir im Vorjahr an der Grenze angekommen.“

Diesmal lief der „Bembel Cup“ mit 21 teilnehmenden Männern, 28 Junioren und sieben Frauen - womit rund 20 gemeldete Sportler schlussendlich nicht antraten - in vergleichsweise kommodem Rahmen ab. Spitzenleistungen blieben sowohl von AV-Athleten als auch bei den Gästen aus der ganzen Republik zwar weitgehend aus, obgleich zum Beispiel 190 Kilogramm im Bankdrücken des weniger als 90 Kilogramm wiegenden Jeffrey Podszuweit und 285 Kilogramm im Kreuzheben von Lokalmatador Friedrich Mockenhaupt aufhorchen ließen.

„Gott sei Dank aber gibt es im Leben Wichtigeres als 300 Kilogramm zu heben“, ordnete Vereinschef Nimmerfroh, einst Weltmeister und zigfacher Weltrekord-Halter, den Sport in den Gesamtkontext des menschlichen Daseins ein. Dafür könne man sich schluss endlich allerdings nichts kaufen, zumal im Kraftdreikampf kein Geld fließe und man nach der aktiven Karriere „seinen Kadaver ja noch 50 Jahre mit sich herumschleppen“ müsse.

Bedeutender als die Leistungen der Sportler, die zum Ende dieses Textes dennoch nicht unter den Tisch fallen sollen, sei für den AV unter anderem, dass man das Engagement im Jugendringen weiter forciere - und womöglich bald ein eigenes Jugendteam ohne Wettkampfgemeinschaft mit der ASV Dieburg und der FSV Münster auf die Beine bringen könne.

Auch wichtig sei, dass sich das Verhältnis zum Tennisclub, der einen Großteil des AVG-Geländes für seine Zwecke gepachtet hat, nach harten Verhandlungen inzwischen wieder „super kollegial und freundschaftlich“ (Nimmerfroh) gestalte. Beim geplanten Umbau der Sanitäranlagen werde man dem Tennisclub keine Steine in den Weg legen. Der aktuelle, vor mehr als einem Jahr neu ausgehandelte Pachtvertrag läuft noch über 24 Jahre.

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