Der Zug ist abgefahren

Verkehrsunternehmen Dadina informiert über neue Pläne

Groß-Zimmern/Darmstadt - Ein kleiner, einstelliger Wert entscheidet darüber, ob eine Straßenbahn von Darmstadt aus in den östlichen Teil des Landkreises nach Groß-Zimmern führt. Ist die Zahl größer als eins, sieht es gut aus.

Ist sie kleiner, sinkt die Chance auf Verwirklichung eines großen ÖPNV-Projekts gen Null. Diese kleine Zahl ist der Faktor, der das Verhältnis von Kosten und Nutzen beschreiben soll. Erst wenn der Faktor größer als eins ist, gibt es bei Projekten in einer Größenordnung von über 50 Millionen Euro Fördergelder des Bundes. „Ohne den Bund ist eine Straßenbahn in den Ostkreis nicht realisierbar“, sagt der Erste Beigeordnete des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Christel Fleischmann (Grüne). Mit bis zu 80 Prozent könnten die Kosten für eine Schienenverbindung über Roßdorf bis nach Groß-Zimmern vom Bund übernommen werden, wenn der Nutzen-Kosten-Faktor nicht so schlecht wäre und damit ei-ne Förderung bei geschätzten Investitionskosten von 124 Millionen Euro aussichtslos ist. So reiht sich Tag für Tag Auto an Auto, um von der B 26 aus in den Darmstädter Stadtverkehr zu kommen. Lange Staus bilden sich und Entlastung wäre dringend erforderlich. Für den Nutzen-Kosten-Faktor ist all das jedoch nicht ausreichend.

Denn die Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU), die auf der Strecke bereits vor zwei Jah-ren im Auftrag der Dadina durchgeführt worden ist, kam zu dem Schluss, dass der NKU-Faktor zwischen 0,47 und 0,51 liegt. Das heißt: Die Kosten sind höher als der Nutzen, damit ist das Infrastrukturprojekt nicht förderungsfähig. Jetzt soll Bewegung in die Sache kommen. Zur Vorstellung der Untersuchungsergebnisse für eine Verbesserung des ÖPNV zwischen der Stadt Darmstadt und dem östlichen Landkreis Darmstadt-Dieburg wird eingeladen. Nachdem das Straßenbahnprojekt Darmstadt - Roßdorf - Groß-Zimmern keinen ausreichenden Faktor erreicht hatte, wurden zur Prüfung von Alternativen zwei Untersuchungen zu einem „Sammelbussystem“ und zur sogenannten „Kombilösung“ vergeben, deren Endberichte jetzt vorliegen.

Die Ergebnisse sowie die Planungen zum weiteren Vorgehen werden Fleischmann und Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch als Vorstandsvorsitzende der Dadina mit den Bürgermeistern Christel Sprößler (Roßdorf) und Achim Grimm (Groß-Zimmern) mit Vertretern der beauftragten Büros aus Darmstadt und Frankfurt am Dienstag, 6. Dezember, vorstellen. (guf)

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