Berührungsängste abbauen und besser kennenlernen

Dresdener Straße: Nachbarn feiern gemeinsam

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Für das rotzfreche Spielmobil wurde beim Nachbarschaftsfest auf dem kurzen Dienstweg die Straße am Festplatz gesperrt.

Groß-Zimmern - Vor Jahren wurde im Rahmen der Sozialen Stadt das nachbarschafts- oder interkulturelle Fest von der Projektwerkstatt und Anwohnern um die Dresdener Straße ins Leben gerufen.

Jetzt war zentrales Anliegen, die Nachbarn und die Bewohner der neuen Flüchtlingsunterkunft ins Gespräch zu bringen, um Vorurteile und Gerüchte aus der Welt zu schaffen. Vergangenen Freitag feierten die Nachbarn aus der Angelgarten- und Dresdener Straße im Jugendzentrum. Neben einigen Alteingesessenen war auch eine große Zahl an gut gelaunten Flüchtlingen anwesend und sehr offen. So trafen sich auch alte Bekannte, die in der Zwischenzeit schon anerkannt sind und selbstständig in der Gemeinde leben. Leider war die Nachbarschaft nur spärlich vertreten, da einige wegen Krankheit kurzfristig absagen mussten. „Immerhin konnte im Vorfeld in mehreren persönlichen Gesprächen geklärt werden, dass die Bewohner grundsätzlich nichts gegen die Flüchtlinge haben“, betonte Jugendpfleger Tom Hicking. Manchmal stoße das in den Sommertagen praktizierte lange Draußensitzen auf, wobei allerdings von allen hervorgehoben wurde, dass die Flüchtlinge sich in normaler Lautstärke unterhielten, aufgrund der engen Bebauung jedoch eine Art Widerhall entstehe. Alle waren sich einig, dass die Nachbarschaft funktioniert.

Neue Nachbarn: Neben Alteingesessenen kamen auch viele Flüchtlinge ins Jugendzentrum.

Sandra Bruckmann und das Team der Kinder- und Jugendförderung hatten Spaghetti mit Tomatensauce und Couscous Salat vorbereitet. Die Gäste brachten Brot und Kuchen mit. Abgerundet wurde das Fest durch ein Spielmobil für die Kinder. Das Rotzfreche Spielmobil aus Darmstadt hatte etliche Geräte aufgebaut, die von den Kindern gerne genutzt wurden. Zum Betreuungspersonal des Spielmobils gehört auch ein Flüchtling aus Groß-Zimmern. Kurzerhand wurde die Straße vor dem Jugendzentrum gesperrt, damit sicheres Toben möglich wurde. Manfred Jung vom Ordnungsamt der Gemeinde war als Gast zugegen und genehmigte die Maßnahme mündlich.

So wurde in angenehmer Atmosphäre gefeiert und die Anwesenden befanden sich die ganze Zeit im Dialog. Natürlich waren auch Mitglieder des Arbeitskreises Flüchtlinge anwesend und wurden herzlich begrüßt. Vertreter der Schule waren ebenfalls gerne gekommen und trugen zum Gelingen des Nachmittags bei. „Niemand wurde vorab gesondert eingeladen. Wer Interesse hatte, konnte kommen“, so Hicking. Bürgermeister Achim Grimm und der Erste Beigeordnete Friedrich Faust waren ebenfalls unter den Besuchern. Ein älteres Ehepaar kam mit frischem Teig und bot Waffeln für jeden an, der Appetit hatte. Eine mehr als nette und symbolische Geste. (guf)

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