Umgestaltung des Zimmerner Zentrums ist beschlossen

Neuer Guck für den Rathausplatz

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Die Umgestaltung des Rathausplatzes und des Parkplatzes wurden in der Gemeindevertretersitzung beschlossen. Beim Umbau soll auch ein Blindenleitsystem von der Friedensschule bis zum Rathaus (rot markiert) eingebaut werden.

Groß-Zimmern - Der Rote Platz soll ein neues Antlitz erhalten, das beschlossen die Gemeindevertreter am Dienstag bei ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause. Die Umgestaltung des zentralen Platzes in Zimmern war schon mehrfach Thema in diversen Sitzungen. Von Ulrike Bernauer

Dennoch beschäftigten sich die Gemeindevertreter auch am Dienstag bei ihrer ersten Sitzung nach den Ferien noch einmal lange mit dem Thema der Umgestaltung. Bei der Anzahl der Bodentanks, die Bühne, Stände oder Schausteller mit Strom und Trinkwasser versorgen sollen, bestand noch Klärungsbedarf. Ob es sieben Behälter sein werden oder ob auch einer weniger ausreichen würde, war für kurze Zeit Diskussionsthema am Dienstagabend. Am Ende entschieden sich die Gemeindevertreter für die maximale Variante von sieben Bodentanks, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.

Erheblichen Diskussionsbedarf gab es bezüglich eines Blindenleitsystems, das der Experte Kai Müller vom Planungsbüro Exedra ins Spiel brachte. Ein solches System mache allerdings nur Sinn, wenn es in einer Gemeinde einheitlich gestaltet werde, erklärte er. Müller konnte sich jedoch vorstellen, dass dieses Leitsystem von der Bushaltestelle an der Friedensschule über die Jahnstraße bis zum Rathaus verläuft. An Kosten wären dafür rund 18 000 Euro einzuplanen. Während die einen die Leitpunkte für Sehbehinderte gerne noch bis zur Post oder zur evangelischen Kirche erweitern wollten, plädierten die anderen dafür, auf die Kosten des Projekts zu schauen.

Janek Gola von der Zimmerner Liste (ZiLi) schlug vor, sich an diesem Abend nur mit den Bodentanks zu beschäftigen und das Blindenleitsystem außen vor zu lassen. Planer Müller machte hingegen auf den Zeitdruck aufmerksam, denn bestimmte Zuschüsse für die Gestaltung des Platzes erhalte die Gemeinde nur, wenn mit den Bauarbeiten noch in diesem Jahr begonnen werde. Daraufhin schlug Marianne Streicher-Eickhoff von den Grünen vor, in die Ausschreibung, die eigentlich bis Ende September fertig sein muss, Bedarfspositionen einzufügen. Diese jedoch seien in einer öffentlichen Ausschreibung nicht möglich, erklärte Müller. Folglich beschlossen die Gemeindevertreter einstimmig, dies erstmal prüfen zu lassen.

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Manfred Pentz, hatte nach den vielen Diskussionen ein wenig Schwierigkeiten, die zahlreichen Anregungen als Änderungsanträge zu formulieren und abstimmen zu lassen. Mit großer Mehrheit wurde der Antrag der ZiLi, das Thema nochmal in den Ausschuss zu verweisen, abgelehnt. Auch Bürgermeister Achim Grimm verwies auf den Zeitdruck, dem man mittlerweile ausgesetzt sei. Obwohl sich einige Gemeindevertreter aus Kostengründen vorerst gegen ein Blindenleitsystem ausgesprochen hatten, bewirkte hier die Diskussion und die Sitzungsunterbrechung zur Abstimmung der Fraktionen bei einigen Parlamentariern eine Meinungsänderung.

Letztendlich schlossen sich die meisten Gemeindevertreter der Ansicht des Bürgermeisters an. „Wenn wir die Plätze schon neu gestalten, dann sollten wir auf jeden Fall auch die Barrierefreiheit anstreben“, hatte Grimm gesagt. Auf Anregung von Streicher-Eickhoff wurde sogar noch ein weitergehender Beschluss gefasst. Das Konzept der Barrierefreiheit soll auch für weitere Teile der Gemeinde weitergeführt werden. Die SPD setzte sich mit ihrem Antrag durch, dass in Anbetracht der Kostensteigerung durch das Blindenleitsystem, beim gesamten Bauvorhaben verstärkt auf die Ausgaben geschaut werde und nach Möglichkeit Einsparungen realisiert werden.

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