Bürgermeister reimt zum Jahresanfang

Ab 2015 „die Kepp zommestecke“

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Bürgermeister Achim Grimm unterhielt die Gäste beim Neujahrsempfang des Kerbvereins mit selbst gereimten Versen.

Groß-Zimmern - Den Anfang macht immer der Kerbverein. Am Sonntag eröffnete er im Keller des Glöckelchen mit dem Neujahrsempfang den Reigen der Vereinsfeiern zur Begrüßung des neuen Jahres. Von Ulrike Bernauer 

Neben den Sternsingern, die den Segen an die Tür schrieben und dichte Weihrauchschwaden in die Luft entsandten, sprachen drei Redner zu den zahlreichen Gästen.  Der Vorsitzende des Kerbvereins, Thomas Beutel, widmete sich in seiner Rede naturgemäß seinem Verein und dem „Fest der Feste“ in Groß-Zimmern. Zwar seien die meteorologischen Voraussetzungen in 2014 alles andere als günstig gewesen, dennoch seien auch die Außenveranstaltungen gut besucht gewesen. Positiv bewertete Beutel, dass die Kerb „fast ohne polizeilich gemeldete Vorfälle“ gefeiert geworden ist. Bei Großveranstaltungen dieser Art ist das heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr.

Der Kerbverein besteht nunmehr seit 35 Jahren. Ein Anlass auch mal zu fragen, wie es denn weitergehen könne, angesichts der Tatsache, dass es immer schwieriger wird, Menschen für ein Ehrenamt zu gewinnen. „Was oder wo wäre die Zimm’ner Kerb heute, wenn wir nicht immer wieder den Mut gefunden hätten, Dinge zu ändern, ohne natürlich unsere Traditionen zu verlieren?“, fragte Beutel und betonte vorausblickend:„Wir werden lernen müssen zu kommunizieren und zu kooperieren oder wie mer uff zimm’nerisch seijgt, mer wern die Kepp zommestecke misse, um auf Dauer zu überleben“, so der Kerbvereinvorsitzende.

Neue Qualitäten von Bürgermeister Grimm

Bürgermeister Achim Grimm zeigte neue Qualitäten. Weil seine Neujahrsrede bereits im Lokalanzeiger zu lesen war, habe er gereimt. Nachdem er sich dichterisch dem Anwachsen der Bäuche in der Weihnachtszeit gewidmet hatte, kam er zu eher philosophischen Fragen. „Do hämmers jetz des neie Johr, werd’s donn annerster als es letzte wor? Des leit an uns, was mer draus mache, all so scheine viele Sache.“ Dem Kerbverein wünschte Grimm: „E gut Vereinsjohr und e werklich schai Kerb, en strebsame Vorstand, der nit werd merb, Mitglieder, die de Verein unterstütze und nit dehoam uff de Eckbank sitze.“

In die höhere Politik entführte Manfred Pentz, seines Zeichens nicht nur Vorsitzender der Gemeindevertretung, sondern auch Generalsekretär der hessischen CDU. Ihm lag besonders das Thema Flüchtlinge am Herzen. Er könne in seiner Funktion Einblick in so manches Schicksal der Menschen nehmen, die in Gießen im Erstaufnahmelager ankommen. „Bei solch menschlichen Tragödien beschämt es mich, wenn Bürger unseres Landes gegen die Aufnahme auf die Straße gehen.“ Zimmern war für Pentz aber auch ein Thema. Die Parteien gingen hier, ohne eine feste Koalition zu bilden, gut miteinander um und „jeder redet mit jedem“.

Insgesamt könne man stolz auf Groß-Zimmern sein, es sei eine sehr junge und eine Zuzugsgemeinde, mit weiterhin wachsenden Bevölkerungszahlen.

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