Nistkästen für Meise und Kleiber

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Die achtjährige Nelly kann schon sehr gut mit dem Akkuschrauber umgehen.

Groß-Zimmern - Es gibt einen Trend zum Zweitnistkasten. Nelly (8) hat bereits den ersten zu Hause und auch bei Jona (7) hängt schon eine Brutstätte im Garten. Am Samstagnachmittag werden in der Waldschule Nistkästen gebaut. Nelly und Joan sind wieder mit Feuereifer bei der Sache. Von Ulrike Bernauer 

Zwischendurch zeigt Dr. Lothar Jacob, Vorsitzender des NABU, wie die Eier der künftigen Bewohner aussehen. Die Kinder bestaunen die winzigen Gelege von Blau- und Kohlmeise, vom Trauerschnäpper und Kleiber. Einige sind braun gesprenkelt, aber manche auch richtig schön grüntürkis.

Jacob hat noch weitere Anschauungsobjekte. Hinterlassenschaften aus zuvor bewohnten Nistkästen präsentiert er den Kindern. Der Kleiber sammelt Rindenstückchen für sein Nest, dass er idealerweise im Nistkasten anlegt. Die verklebt er dann.

Die Kohlmeise hingegen baut ein Nest im herkömmlichen Sinn. Sie verarbeitet viel Moos, aber es sind auch viele Haare zu sehen. „Die sind von Tieren, unter anderem von Hunden. Aber die Kohlmeise nimmt auch Fuseln von Pullovern, um ihr Nest zu polstern und zu isolieren“, sagt Jacob. Nelly und ihre Mutter Heike Satorius sind gut vorbereitet in die Waldschule gekommen. Sie haben einen ganzen Werkzeugkasten mitgebracht. „Das letzte Mal waren so viele Kinder und Familien hier, da war es ein bisschen knapp mit dem Werkzeug“, lacht Heike Satorius.

Diesmal ist es ruhiger, aber es arbeitet sich besser mit dem vertrauten Akkuschrauber. Das Dach befestigen die beiden zunächst, danach kommt noch die Teerpappe drauf und fertig ist das neue Heim. Der erste Nistkasten ist noch nicht aufgehängt, weil die Bäume im neu angelegten Garten noch zu klein sind. „Aber wir bekommen Stützen für die Bäume. Da kann man die Nistkästen dann dranhängen“, sagt Nelly. Gebrütet haben trotzdem schon Vögel bei Familie Satorius. Sie haben sich als Unterkunft ein Dekohaus ausgesucht, das neben der Eingangstür steht. „Das war allerdings zu klein, da konnten nur die Mutter und die Kinder von den Hausrotschwänzchen wohnen“, sagt Nelly, „der Papa hat bei den Nachbarn gewohnt.“ Jona hat schon Erfahrung mit Brütern im eigenen Nistkasten. Er kann vom Küchenfenster aus im Frühjahr und Sommer die Meisen beobachten, wie sie ein- und ausfliegen. „Unser Nistkasten hing aber schon, den haben wir nicht selber gebaut“, sagt Mutter Yvonne Blanco Wißmann.

Von der Oma Elfriede Schmitt, die in Groß-Zimmern wohnt, haben die beiden, die in Nieder-Roden leben, vom Nistkastenbau in der Waldschule erfahren und beide finden es spannend so eine Vogelbehausung nun einmal selber zu bauen.

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