Omas Lesesessel auf dem Dresselhof

Kinder suchen nach dem Kartoffelkönig

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Am Sortierband suchen die Kinder nach dem Kartoffelkönig, der natürlich die dickste Kartoffel weit und breit ist.

Groß-Zimmern - Omas Lesesessel bietet den Kindern Groß-Zimmerns in der Regel ein doppeltes Vergnügen. Sie können nicht nur eine Lesung genießen, sondern auch gleich das Gehörte im Anschauungsunterricht vertiefen. Von Ulrike Bernauer 

So auch am Freitag, als der Lesesessel von Oma Anne in der Kartoffelhalle des Landwirtes Dressel aufgestellt wurde. Ira Drewitz und Karin Göttmann hatten sich zum Thema Kartoffel eine Menge für ihre jungen Zuhörer einfallen lassen. In einem Gedicht wurde beschrieben, auf welch vielfältige Weise man Kartoffeln zubereiten und verspeisen kann. Göttmann hatte aber auch viel über die Geschichte der Kartoffel zu erzählen. Dass die Spanier die Erdknolle aus Südamerika zu uns gebracht haben, dürfte zumindest den erwachsenen Zuhörern bekannt gewesen sein. Dass sie anfänglich in Deutschland aber als Zierpflanze in deutschen Blumengärten stand, hat wohl so manchen überrascht.

Der alte Fritz schließlich machte sie dann als Nahrungsmittel bekannt. Zur Einführung der Kartoffel durch den alten Fritz bekamen die Kinder die Geschichte „Der Kartoffelkönig“ von Christoph Niemann erzählt. Laut Niemanns Geschichte griff der alte Fritz dabei nämlich zu einer List. Weil die Bauern so gar nicht vom Anbau dieses heutigen Grundnahrungsmittels zu überzeugen waren, ließ er einen Kartoffelacker von Soldaten bewachen. Nachts kamen dann die Bauern und gruben die Kartoffeln aus, denn die mussten ja wertvoll sein, wenn sie unter solchem Schutz standen.

Ira Drewitz erzählte anschließend das Märchen von einem anderen Kartoffelkönig, der nicht in den Kochtopf von Jasmin Dressel wollte und sich auf die Wanderschaft begab. Die war gefährlich, an der Obermühle wollten ihm Gänse an die Schale und beim Bauern Mann hätte gerne das dickste Wollschwein namens Erika die supergroße Kartoffel verspeist. Schließlich aber lieferte sich der Kartoffelkönig bei einer armen Familie freiwillig dem Kochtopf aus und fand seinen Platz im Kartoffelhimmel.

Nach der Lesung durften die Zuhörer dann auf dem Sortierband Ausschau nach einem Kartoffelkönig halten. Alle Kinder hatten kleine Säcke erhalten, die sie dann mit den schönsten und dicksten Kartoffeln füllen konnten. So kam bei allen ein ganzer Hofstaat zusammen, der jeweilige König hatte nicht nur seine Königin, sondern auch viele Kinder und Dienstboten.

Die Erwachsenen informierten sich derweil über das Lager des Hofes, in dem die Kartoffeln untergebracht sind. Die Ernte der Erdfrüchte, die in diesem Jahr auf 80 Hektar herangewachsen sind, ist fast abgeschlossen. Aufgrund des trockenen Sommers sind in diesem Jahr viele kleine Erdfrüchte darunter. Die werden nun in dem Hochlager bei niedrigen Temperaturen gelagert und halten sich bis in das Frühjahr hinein frisch.

Nachdem es im letzten Jahr ein Überangebot an Kartoffeln gab und dementsprechend die Preise so niedrig waren, dass die Landwirte kaum etwas verdienten, hoffen Jasmin und Jörg Dressel, dass diese Kartoffelernte wieder höhere Erträge bringt.

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