Weinfest am Pfingstsamstag ist ein voller Erfolg

Orgelförderverein im Endspurt

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Ein Gläschen Wein und im Hintergrund eine Band: Was kann es besseres geben, denken sich diese beiden Herren voller Freude.

Groß-Zimmern - Über zahlreiche Gäste beim Weinfest konnte sich der Orgelförderverein am Pfingstsamstag freuen. Vor allem die Spendenfreudigkeit der Gemeinde wurde gefeiert. Von Ulrike Bernauer 

Die zahlreichen Gäste des Weinfestes trinken ihren Wein voller Genuss. Wählen können sie zwischen verschiedenen Pfälzer Sorten und dem „Orgelwein“, der extra zur Finanzierung der neuen Orgel abgefüllt wurde. Trotz des kalten Wetters können die Weinfreunde ihrem Genuss im Warmen nachgehen. War das Weinfest ursprünglich auf der Ranch geplant, so hat der Förderverein es wetterbedingt in das Pfarrzentrum verlegt. Freude kommt auf, als der Vereinsvorsitzende Manfred Göbel den aktuellen Spendenstand für die Orgel bekannt gibt. 303.000 Euro wird die Neue nun endgültig kosten, 22.000 Euro fehlen noch, das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Gemeinde schon 281.000 Euro zusammen gebracht hat. Aber auch die 22.000 müssen noch erwirtschaftet werden und zwar möglichst bald. Schon ab August werden die Orgelbauer mit dem Aufbau des Instruments beginnen. Am 1. Oktober soll das Instrument dann feierlich mit einem Gottesdienst und einem Konzert mit Jorin Sandau, dem Regionalkantor Darmstadt eingeweiht werden.

Gemeindemitglied Esther Herbert freut sich, dass die Gemeinde so spendenfreudig war. „Ich habe geglaubt, dass das klappt. Wir haben eine sehr aktive Gemeinde, der habe ich das zugetraut.“ Die orgellose Zeit hat Herbert gut überstanden. „Klaus Wörtche hat mit dem E-Piano Ersatz geboten und wir haben mit dem Kirchenchor, den Kantorinnen, dem Projektchor und dem Bläserchor auch ein großes musikalisches Angebot. Dazu kommen noch die Band Crescendo und die Kirchenspatzen. Dennoch freue ich mich natürlich darauf, wenn wir wieder eine Orgel haben.“ Etwas skeptischer, was den Erfolg der Spendenaktion angeht, war Helmut Kriha, Rechner des Orgelfördervereins. „Ich habe nicht gedacht, dass das so problemlos klappt.“ Deshalb hat man ursprünglich auch eine abgespeckte Version der Orgel bestellt, die sollte 250.000 Euro kosten. Als die Fördervereinsmitglieder sahen, dass man das Ziel wohl besser als erwartet erreicht, hat man noch ein paar Extras oben drauf bestellt.

Organist Klaus Wörtche freut sich also noch über zwei zusätzliche Register, das Posaunen- und das Trompetenregister, ein Schwellwerk, mit dem man die Lautstärke steuern kann und Schleierbretter, die dienen allerdings nicht dem Klang, sondern dem schöneren Aussehen der Orgel. „Das wird ein Super Instrument“, sagt Wörtche, „ich freue mich schon sehr darauf, es zu spielen.“ Ein Teil des noch fehlenden Geldes soll über den Pfeifenbasar erwirtschaftet werden. Dort sollen am Sonntag, 26. Juni, nach dem Gottesdienst im Pfarrzentrum die Pfeifen der alten Orgel, die nicht mehr für die Neue verwendet werden können, verkauft werden. Als Ansichtsexemplare sind zwei schon beim Weinfest ausgestellt. In Holzklötzen haben sie einen guten Stand und diese beiden Pfeifen tragen auch noch die Signatur von Karl Kardinal Lehmann. Für diese Pfeifen hoffen Göbel und Kriha, einen besonderen Preis erhalten zu können.

Aber auch das Weinfest selbst dient natürlich der Finanzierung der Orgel. Die Gruppe „A44“, die die Gäste musikalisch unterhält, verzichtet auf eine Gage zugunsten der Orgel. Zudem treten die drei Musiker Walter Eck, Hans-Jürgen Effenberger und Bernd Nürnberg zum ersten Mal in Groß-Zimmern auf. Die drei sind Teil der Lehrerband der Darmstädter Peter-Behrens-Schule und machen normalerweise eher Hausmusik. Heute begeistern sie ihr Publikum mit Oldies, viele aus den 60er-Jahren. „Wir hoffen, dass die Gäste später viel tanzen, dann ihren großen Durst löschen müssen und damit Geld in die Orgelkasse spülen“. Einer der Besucher drückt es etwas anders aus: „Hoffentlich ist die Orgel bald da, damit es dann meiner Leber wieder besser geht.“

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