Orgelweihe als Bekenntnis

Neues Kircheninstrument ertönt erstmals im Gottesdienst

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Eng war es auf der Empore, als Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann die neue Orgel weihte.

Groß-Zimmern - Lange hat die katholische Gemeinde auf die neue Orgel hingefiebert, viele Mühen haben die Aktiven des Fördervereins auf sich genommen und nun ist das Instrument endlich da. Mit allen Ehren wurde die neue Orgel am Samstag in der St. Bartholomäuskirche gefeiert. Von Ulrike Bernauer 

Aus Mainz war Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann gekommen, um die Orgel zu weihen. Er leitet das Bistum und vertritt den Bischof, bis ein neuer gewählt ist. In einem festlichen Gottesdienst wurde das Kircheninstrument am Samstagnachmittag in der St. Bartholomäus-Kirche begrüßt.

„Kann man in Zeiten, in denen auf der Welt Krieg herrscht, Bomben fallen und viele Menschen verletzt und getötet werden, feiern und fröhlich sein?“, diese Frage stellte Giebelmann am Anfang. Der Mensch brauche trotz aller Schreckenserlebnisse und allen Übels, das die Welt bereit halte, auch Rückzugsorte, zu denen die Kirchen gehörten. Und er brauche auch Anlässe, sich zu freuen, beantwortete Giebelmann die Frage.

Auch wenn die Orgel, als Königin der Instrumente gelte, sei sie nicht der Mittelpunkt einer Gemeinde, sondern eine Dienerin. Aber sie habe einen wichtigen Stellenwert. „Sie vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien zu steigern“, betonte der Diözesanadministrator. In Zimmern müsse man sich umdrehen, um die zu sehen. Die Orgel spreche keine Sprache, dafür könne sie jeder verstehen, egal woher er kommt. „Eine Orgelweihe ist ein Glaubensbekenntnis“, sagte Giebelmann, „denn Sie glauben daran, dass dieser Ort auch in Zukunft ein wichtiger Ort ist, zu dem die Menschen kommen, um ihren Glauben zu feiern. Kein Mensch spart für eine Orgel, wenn er nicht an seine Zukunft glaubt und an die Zukunft der Gemeinde.“

Die erste Hälfte des Gottesdienstes wurde musikalisch allerdings nicht von der Orgel gestaltet. Der Flötenkreis und der Chor priesen Gott mit ihren Stimmen und Instrumenten. Giebelmann begab sich nach seiner Predigt auf die Empore und weihte das Instrument sowohl mit Wasser als auch mit Rauch. Erst danach durfte Regionalkantor Gregor Knop an die Tasten. Alle Gottesdienstbesucher hörten andächtig auf. Furios waren die ersten Töne, jubilierend spielte Knop den fünften Satz aus der fünften Orgelsinfonie von Charles-Marie Widors.

Auch wenn das Instrument nicht der Mittelpunkt einer Gemeinde ist, im Kirchenschiff wendeten sich die Gläubigen um und lauschten nicht nur der Musik, sondern blickten andächtig hinauf.

Als Diözesanadministrator Giebelmann mit Pfarrer Christian Rauch, Diakon Martin Gölz und einigen Messdienern zur Weihe schritt, herrschte ziemliches Gedränge, so dass für den Chor gerade noch genug Platz auf der Empore blieb. Pfarrer Rauch sprach am Ende des Gottesdienstes noch die Einladung für alle Besucher aus, noch zum Empfang in das Gemeindezentrum zu kommen.

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