Betreuungssituation an der Grundschule

Pakt für den Nachmittag im Angelgarten

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Kreative Grundschüler an der SiA: Hier beim Fest im November.

Groß-Zimmern - Im kommenden Schuljahr startet die Schule im Angelgarten (SiA) mit dem Pakt für den Nachmittag. Von Gudrun Fritsch 

Da sich die Gemeinde finanziell beteiligen wird, berichtete Schulleiterin Martina Goßmann am Dienstag im Sozialausschuss über die Situation an der Schule und das Projekt. Seit 16 Jahren leitet sie die Grundschule. „Für Eltern war die Nachmittagsbetreuung schon immer ein Problem“, schilderte sie. Die Schule im Quartier der Sozialen Stadt habe einen hohen Anteil an Kindern in prekären Lebenssituationen, die besondere Unterstützung benötigen. Kurz nach der Gründung des Schülerladens „Pfiffikus“ an der Friedensschule wurde dieses Angebot 1998 auch auf die SiA ausgeweitet. „Anfangs waren es Frauen, die hier ehrenamtlich arbeiteten“, erinnerte Goßmann. Seit 2006 besteht die Zusammenarbeit mit dem Arbeiter Samariter Bund (ASB). Nach der Betreuungskonferenz in Zimmern wurde die SiA 2010 ins Ganztagsschulprogramm des Landes Hessen aufgenommen. Die Mensa an der Albert-Schweitzer-Schule wurde ausgebaut und wird seitdem von der Grundschule mit genutzt. Zunächst gab es bei der „Pädagogischen Mittagsbetreuung“ (PäM) an drei Tagen Betreuung bis 14.30 Uhr. Dann wurde das Konzept geändert, seit 2013 galt das Ganztagsprofil des Landes Hessen und wer weiter im Programm bleiben will, muss sich nun dem „Pakt für den Nachmittag“ anschließen.

„Für uns, aber besonders für die Eltern unserer Schüler ist das sehr irritierend“, erläuterte Goßmann. Besonders bedauere sie, dass durch diese Änderung einige bisher sehr erfolgreiche Angebote wie die Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgabenhilfe durch die Volkshochschule komplett wegfallen. Diese kostenfreie Unterstützung hätten an der Schule sehr viele Eltern in Anspruch genommen, durchschnittlich seien so pro Schuljahr 40 Kinder gefördert worden. „Das hat sich nicht nur auf die Leistungen ausgewirkt, sondern auch die schulische Organisation konnte deutlich verbessert werden“, so die Leiterin.

Zielsetzung der Schule sei es weiterhin, allen Kindern ein bedarfsorientiertes Unterstützungsangebot machen zu können. Da für viele Eltern der „Pakt für den Nachmittag“ nicht verständlich sei und aufgrund des besonderen Einzugsgebietes sich viele die finanzielle Belastung nicht leisten könnten, sei die Mindestzahl für die Nachmittagsbetreuung zum Anmeldeschluss Ende Mai nicht erreicht worden, es fehlen noch vier Kinder.

Goßmann wandte sich an die Gemeinde mit der Bitte, den Fehlbetrag zu überbrücken. Für die Betreuung (Modul II.) einer Gruppe bis 17 Uhr müssten 6 240 Euro zusammen kommen. Zur Unterstützung des Schülerladens „Pfiffikus“ sind im Haushalt insgesamt 4 400 Euro vorgesehen. Durch den Wegfall dieser Betreuung an der Angelgartenschule würden rund 1 400 Euro eingespart. Mit diesem Geld könnte die Gemeinde die Ganztagsbetreuung unterstützen und eine Art Anschub schaffen. Auch der ASB als Träger der Nachmittagsbetreuung wäre mit dieser Lösung einverstanden. Bis 13. Juni muss die Teilnahme gemeldet sein. „Wenn der Landkreis mitmacht, soll es an uns nicht scheitern“, signalisierte Bürgermeister Achim Grimm.

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