Offener Tag an der Albert-Schweitzer-Schule

Kulturelle Vielfalt in der Schule

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Von der kulturellen Vielfalt der Schülerschaft lebt die Küche: mit internationalen Speisen lockten ältere Schüler Besucher an.

Groß-Zimmern - Abenteuer Schulwechsel - das steht im Sommer 116 Viertklässlern der Grundschulen aus beiden Teilen der Gemeinde bevor. Von Ursula Friedrich 

Dass die Albert-Schweitzer-Schule nicht nur die naheliegende, sondern eine gute Lösung für die weitere Schulkarriere ist, bewies am Samstag die Schulgemeinde.

Vom Fünftklässler, bis zum Mathelehrer, Fördervereinsaktiven, Sozialarbeitern, Schulleiter und Hausmeister war alles auf den Beinen, um ein möglichst vielfältiges Bild der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) zu vermitteln. Auf der Bühne der Aula rockten Schulband und Solisten. Etliche Klassen hatten gebacken, gekocht, gebastelt oder gewerkelt und boten ihre Produkte feil. Lehrer gaben Unterricht. „Albert Schnautzer“ hat nichts mit dem Schnurrbart des Namensgebers der Gesamtschule zu tun, sondern ist Titel der Schülerzeitung, die ein flottes Redaktionsteam herausbringt.

Aktives Schulleben an der ASS

Sogar das passende Schuloutfit, Pullis, Sweater und T-Shirts mit dem ASS-Logo, konnten erworben werden. Keine Frage: das Schulleben blüht in schillernden Farben. Neben dem Unterricht gibt es an der familienfreundlichen Schule zahlreiche AGs und Klassenfahrten, Hausaufgabenbetreuung, ein Nachmittagsangebot bis 15.30 Uhr und vieles mehr, das die Schule wochentags vom Lernort zum Lebensmittelpunkt macht.

Derzeit sind 860 Kinder und Jugendliche in 37 Klassen an der ASS - gut die Hälfte davon besucht den Gymnasialzweig. „Unsere Schüler sind gerne hier“, so das Resümee von Schulleiter Helmut Buch, der auch das Engagement seiner 61 Lehrer sowie weiterer Praktikanten, Referendare und Studenten lobte.

Nach dem Aus- und Umbau der Gesamtschule zeigen sich auch die Gebäude in einem attraktiven Bild. Die Fachräume sind neu ausgestattet. Letzte Etappe auf dem Sanierungsweg war der Werkraum, dessen altes Mobiliar noch aus der Jugend der Gesamtschule stammte.

Ohne Ekel auf sanierte Toiletten gehen

Auch die sanierten Toiletten sind seit 2013 ohne Ekel nutzbar. Wie groß der Ansturm im kommenden Schuljahr auf die ASS sein wird, vermag Schulleiter Helmut Buch nicht genau zu sagen - bislang wurde in der Klassenstufe fünf sechszügig unterrichtet. „Unsere Schülerzahlen ändern sich sogar täglich“, erklärte der Schulleiter, der sich auch Flüchtlingskindern öffnen will.

Fest steht: Seit der Rückkehr der Goetheschule in Dieburg zur längeren Gymnasialzeit G9, hat der massive Zustrom an Dieburger Kindern nachgelassen. Sie wählten zuvor die ASS, die sich gleich nach der Einführung von G8 von der verkürzten Schulzeit auch wieder abwandte.

Trotz der positiven Eindrücke, die viele Eltern mitnahmen („Die Schule steht nach der Sanierung toll da“, so ein Ehepaar aus Semd), drückt der Sorgenschuh.

Einiges muss noch getan werden

Das Schuldach ist an manchen Stellen porös, es regnet schmutzig-braunes Wasser in einige Klassenräume. Die neue Ausstattung des Werkraums hat bereits gelitten, denn die Werktische sind für den rustikalen Umgang gar nicht ausgelegt. Das muss nun beim Hersteller moniert werden.

Die Dachsanierung hat der Schulträger zwar in Angriff genommen, doch die Bürokratie verhindert schnelles Eingreifen. Kostenvoranschläge einholen, Aufträge ausschreiben, Angebote einholen, der ganze bürokratische Rattenschwanz kostet Zeit und belastet die Betroffenen. Nun droht der Schulträger aus Kostengründen gar damit, den Turnus der Müllentsorgung zu verändern - eventuell würde Müll im neuen Jahr nur noch vierzehntägig entsorgt, so Buch.

Zwischen Maßgaben des Schulträgers und Sachverhalten vor Ort gibt es häufig eine große Diskrepanz. Die Schule platzt räumlich aus allen Nähten.

Trotz der Proteste der Schulleitung wurden zwei Wohncontainer, die als alternative Klassenzimmer diensten, im Sommer abtransportiert (wir berichteten).

Kinder sollten die Schule besuchen, die ihrem Können entspricht

Für das kommende Schuljahr hofft Buch auf die Einsicht der Eltern, ihre Kinder so beschulen zu lassen, wie es dem Können der Jugendlichen entspricht. Manche Eltern wollen ihr Kind, trotz anderweitiger Empfehlung der Grundschulen, unbedingt im Gymnasialzweig haben, so der Schulleiter, der davon abrät, Schüler diesem Druck und dem Frust des Versagens auszusetzen. Die Türen seiner Schule hat er auch für Flüchtlingskinder geöffnet.

Nachdem die Goetheschule einen 16-jährigen Afghanen ablehnte, sagte Buch zu. Der Jugendliche kann kommen - doch auch wird auch hier dank Väterchen Bürokratie vermutlich noch einige Zeit verstreichen.

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