Eltern bieten ASS-Schülern Einblick in Arbeitsalltag

Praktische Hilfe zur Berufswahl

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Exot: Berufskraftfahrerin Sylvia Kolotzek steht in einem Männerberuf ihre Frau - das Arbeitsgerät hat die ASS-Mutter gleich mitgebracht.

Groß-Zimmern - Die Qual der Wahl: Elektroinstallateur, Mechatroniker, oder doch lieber Konditor? Angesichts der Vielfalt von Ausbildungsberufen und Studiengängen muss man sich entscheiden, zumal die Abschlussprüfungen näher rücken. Von Ursula Friedrich 

Hilfestellung gab es für Schüler der Jahrgänge sieben bis zehn am Donnerstag Abend in der Albert-Schweitzer-Schule. Nicht per Infobroschüre, Jobbörse oder Schulbuch, sondern von Elternseite. Das neue Projekt „Mein Job! Dein Job?“ wurde praxisorientiert von Vätern und Müttern der ASS-Schüler mit Leben gefüllt, um Orientierungshilfe beim Wandel durch ein Labyrinth unterschiedlicher Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu geben.

„Die bin ich selbst mal geflogen!“, angesichts des kleinen Turboprop-Flugzeugs auf dem Bild bekommt nicht nur Remon Lansink glänzende Augen. Die Zuhörerschaft hängt gebannt an den Lippen des Piloten. Eine Karriere im Cockpit reizt viele Jugendliche, auch der Ausbildungsberuf des Polizisten gehört zu den besonders stark frequentierten Jobpräsentationen.

„Welche Schulfächer sind wichtig, um eine Ausbildung als Polizist zu machen?“ „Und wo gibt es eine Reiterstaffel?“ Schutzpolizist Alexander Jung muss einen langen Fragenkatalog abarbeiten.

Junge Zuhörer nachhaltig überzeugt

„Das mach´ ich!“ erklärt ein Schüler nach seinen Eindrücken im Zimmer des Industriemechanikers. Die eindringliche Darstellung von Marcus Franz, hat seinen jungen Zuhörer nachhaltig überzeugt. Er war für den Jugendlichen „das Zünglein an der Waage.“ Zwölf Referenten schildern am Feierabend vor jungem Publikum, was ihre Berufswahl mit sich bringt. „Ich verkaufe Medikamente und berate viel“, erläutert Apothekerin Claudia Wiesenfeldt, „aber auch in Industrie und Forschung sind Aphotheker sehr gefragt.“

Begehrt: Die Jobpräsentation des Schutzpolizisten Alexander Jung in der Schweitzer-Schule war sehr gefragt.

Sylvia Kolotzek hat ihren Arbeitsplatz gleich mitgebracht. Ein schwerer Lkw parkt auf dem Schulhof. Das Entsorgungsfahrzeug eines hiesigen Unternehmens macht Eindruck. „Ich will aber zur Müllabfuhr“, so ASS-Schüler Thomas, der hierzu eine dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer absolvieren muss. Ein Beruf, der viel technisches Wissen abverlangt, und Fitness, um die schweren „Brummis“ zu manövrieren. Kolotzek steht in diesem typischen Männerberuf „ihre Frau“ und hat in Sohn Marvin den größten Fan („Das will ich auch werden!“).

Daddeln für die Karriere - Jobs in der Spielebranche

Unterm Strich ist der erste Eltern-Job-Infoabend für die Jahrgänge sieben bis zehn aller Schulzweige ein schöner Erfolg. Um Eindrücke zu sammeln, Berufswünsche zu festigen, oder zu entscheiden, was man auf keinen Fall werden möchte. Ingeborg Klages, Leiterin des Haupt- und Realschulzweigs, war Impulsgeberin der Veranstaltung. „Wir wollen Eltern mit ins Boot holen, um auf diese Weise Berufe vom Fachmann erklären zu lassen und praxisnah Orientierungshilfe zu geben“, so Klages. Bei dieser Ehrenamtsoffemsive war ein Dutzend Eltern an Bord.

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