Palmweihe auf Rathausplatz

Prozession zum Beginn der Karwoche

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Pfarrer Christian Rauch und Diakon Martin Gölz geleiten die zahlreichen Christen durch die Kreuzstraße zur evangelischen Kirche und weiter zur Pfarrkirche St. Bartholomäus.

Groß-Zimmern - Der Rahmen ist festlich, die Stimmung gehoben: Mit einer gemeinsamen Palmweihe auf dem RotenPlatz hat für die katholischen und evangelischen Christen in Groß-Zimmern die Karwoche begonnen. Von Klaus Holdefehr 

die Kirchgänger werden den Höhepunkt der Trauer am Karfreitag erleben und von Samstag- auf Sonntagnacht die Überwindung des Todes feiern. Die Palmzweige – es sind nur wenige, für die zu Hunderten anwesenden Besucher gibt es kleine Buchsbaum-Sträußlein – erinnern an Jesu Einzug in Jerusalem, umjubelt von einer jüdischen Bevölkerung, die in dem Prediger und Wunderheiler den kommenden König, den Befreier von der römischen Herrschaft, eben eine Art Messias sahen und deswegen huldigend Palmzweige auf seinen Weg legten. Es ist der Beginn der Passionsgeschichte, in der es um ein Menschenopfer geht und um eine exemplarische Auferstehung als Versprechen der Erlösung für die gesamte Menschheit.

Angeführt von Pfarrer Michael Fornoff und dem großen Holzkreuz führt der recht kurze Prozessionszug vom Roten Platz zur Kirchstraße.

Der Bläserchor gibt der Feier auf dem Rathausplatz einen besonders festlichen Rahmen, die „Kirchenspatzen“ rühren mit gestisch verstärktem Gesang das Gemüt. Die Geistlichen Christian Rauch (katholisch) und Michael Fornoff (evangelisch) leiten gemeinsam die kurze Zeremonie. Diakon Martin Gölz liest aus dem Lukas-Evangelium die Passage der Vorbereitung und den Einzug nach Jerusalem, in der es auch um einen Esel geht, den noch nie zuvor ein Mensch geritten hat, und um Steine, die schreien würden, wenn die Menschen stumm blieben – das eine ein interpretationsbedürftiges Bild, das andere ein angebliches Jesus-Zitat von hoher poetischer Kraft. In ökumenischer Gemeinsamkeit startet die Prozession, bei der Pfadfinder in Vorwegnahme der eigentlichen Passion ein nicht ganz leichtes Holzkreuz schultern.

Die Gemeinsamkeit, unterstrichen durch „Lobet den Herrn“, reicht aber nur bis zur nahen evangelischen Kirche, wo sich die Pfarrer Rauch und Fornoff zeremoniell voneinander verabschieden und gegenseitig beschenken. Dass sie dafür jeweils eine Flasche Wein gewählt haben, zaubert kurz ein ökumenisches Lächeln auf viele Gesichter. Die Protestanten ziehen weiter in ihre Kirche, die Katholiken biegen rechts ab und haben es mit Bläserchor und evangelischen Kirchenglocken auch nicht weit bis Sankt Bartholomäus. In beiden Kirchen beginnen dann die konfessionell getrennten Gottesdienste zum Beginn der Karwoche.

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