Rollstuhlfahrer müssen draußen bleiben

Rathaus ist dringend sanierungsbedürftig

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Hier kann nicht jeder rein. Rollstuhlfahrer kommen nur mit Hilfe ins Rathaus.

Groß-Zimmern - Das Rathaus ist in die Jahre gekommen und zumindest energetisch ein Sanierungsfall. 1976 wurde das Verwaltungsgebäude am Roten Platz errichtet. Von Ulrike Bernauer 

Der Aufzug im Rathaus ist nicht barrierefrei. Für einen Rollstuhl ist er nicht breit genug.

Seitdem ist abgesehen von der Fassade sehr wenig saniert oder renoviert worden, wie Bauamtsleiter Klaus Keller mitteilt. Am Dach wurden Abdichtungsarbeiten vorgenommen, aber auch das ist schon einige Jahre her. Der Erste Beigeordnete Friedrich Faust erinnert sich daran, dass – ebenfalls vor Jahren – das Bürgerbüro umgestaltet wurde. Erneuerungsbedürftig sind am Rathaus vor allem die Fassade und die Fenster. Insgesamt steht eine energetische Sanierung an. So mancher Gemeindevertreter, der im Sitzungssaal am Rand sitzt, kann am eigenen Leib spüren, wie es zieht, weil die Fenster nicht mehr richtig schließen. Der Brandschutz muss dringend erneuert werden und das Rathaus muss zudem behindertengerecht werden.

So ist zum Beispiel der Aufzug nicht groß genug für Rollstuhlfahrer, für sie ist auch der Zugang ins Rathaus wegen der manuell zu bedienenden Türen nicht ohne Hilfe möglich. Die gesamte Haustechnik wie Wasserleitungen oder die Elektroinstallation müssen ebenfalls dem aktuellen Stand angepasst werden. Zur Zeit wurden verschiedene Planer mit Stellungnahmen beauftragt. Man hat auch schon einen Architekten hinzugezogen. Genaue Zahlen oder Termine zur Sanierung können jedoch noch nicht genannt werden. Die Gutachten der Fachleute müssen erst abgewartet und dann in den Ausschüssen sowie der Gemeindevertretung besprochen werden.

Die Stuhlgriffe lösen sich langsam auf, wer den den Sitz anheben will, hält oft nur die Armlehne in der Hand.

Auch an der Einrichtung wird sich dann wohl das einiges ändern. Der Sitzungssaal im dritten Stock versprüht noch den Charme der 1970er Jahre, manche Gemeindevertreter bezeichnen ihn auch als dunkles Loch. Auch das markant orange Mobiliar, das sich nicht nur im Sitzungssaal, sondern auch in den Fluren befindet, ist inzwischen auch an vielen Stellen beschädigt. So manche Armlehne eines Sessels sieht so aus, als wäre eine ganze Mäuseschar darüber hergefallen.

Um zu sehen, welchen Wegen die meisten Besucher folgen, ist kein detektivischer Scharfsinn notwendig, denn der einst wohl robuste Teppichboden ist an diesen Stellen abgelaufen. „Wenn man so lange an einem Gebäude nichts grundlegend saniert, rächt sich das eben“, stellt Faust in Vertretung von Bürgermeister Achim Grimm fest. Über die Anmeldung unter anderem der Rathaussanierungsmaßnahmen im Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) wird ab dem 7. November in den Fachausschüssen beraten und die Gemeindevertretung soll hierüber am Dienstag, 15. November, entscheiden.

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