Abschied: 142 Schüler verlassen die ASS

Rausgeputztfür die Zukunft

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Step-Aerobic als lustige Nostalgie-Nummern zeigte die G10a.

Groß-Zimmern - Es ist heiß in der alten Schulturnhalle, heiß und sehr vol. 500 bis 600 Besucher – ein paar Schulfreunde und viele Eltern – wollen sehen, was die sieben Abschlussklassen der Albert-Schweiter-Schule zum Abschied zu bieten haben. Von Klaus Holdefehr

Der gestern noch mit Flip-Flops, Bermuda und Schlabbershirt in die Albert-Schweitzer-Schule kam, die gestern noch knappe Shorts und ein luftiges Top trug, kommen an diesem Abend in dunklem Anzug mit weißem Hemd und Fliege, trägerlosem, aber knöchellangem Abendkleid und auf Stöckelschuhen daher. Es ist so eine Übung wie Kommunion und Konfirmation, wo „rausbrezeln“ ja ebenfalls angesagt ist. Später sagt Schulleiter Helmut Buch, dass er seit einigen Jahren immer wieder darüber staunt, wie alltägliche Träger zerrissener Jeans bei der Abschlussfeier zu jungen Herren und Damen mutieren.

Sieben Klassen, das sind die H9a, H9b, R10a, R10b, G10a, G10b, G10c, insgesamt 142 Schüler. Die der drei G-Klassen streben ganz überwiegend aufs Alfred-Delp-Oberstufen-Gymnasium in Dieburg, wie später in Pausengesprächen zu vernehmen ist. Und bei den Haupt- sowie den Realschulklassen habe es viele gute Zeugnisse gegeben, resümiert Buch, fast die Hälfte seien erweitere Abschlusszeugnisse.

Der Schulleiter sucht sich aus zeitnahen Ereignissen Leitmotive für seine Ansprache heraus, die dem Anlass angemessen recht feierlich sind und etwas auf den weiteren Weg mitgeben sollen. Er findet diese Motive im Brexit und im Fußball. Viele, die für das Ausscheiden Groß-Britanniens aus der EU gestimmt hätten, bedauerten diesen Schritt inzwischen. Das solle man zum Anlass nehmen, sich vor einer Entscheidung gut zu informieren und die Argumente gründlich abzuwägen.

Das Verlassen der ASS, der Weg in die weitere schulische oder in die berufliche Ausbildung sei auch so ein Punkt, an dem Entscheidungen zu treffen seien, die reichlich überlegt sein sollten. Und: der weitere Weg werde mitbestimmt von der eigenen Leistungsbereitschaft – wie man das sehr gut auch bei der EU sehen könne. Fußball sei zudem Teamplay, wie das Miteinander der Schulklassen in den vergangenen Jahren. Das habe in aller Regel gut funktioniert. „Wir haben versucht, aus Euch mündige Menschen zu machen, und das ist uns, glaube ich, auch ganz gut gelungen.“

Dass diese Worte nicht nur ein Ausdruck von Hoffnung sind, sondern Beschreibung von Realität, bezeugen später die gelegentlich stark emotional geprägten, beiderseits herzlichen Abschiedsszenen zwischen Schülern und Klassenlehrern. Da ist beispielsweise der Rap, den die R10b auf Kerstin Roßkopf gemacht hat, die zum Mitrappen auf die Bühne gebeten und am Ende mit großem Applaus bedacht wird, oder die Umarmungen, in denen Michele Brenncke-Gosse für etliche Sekunden nicht mehr zu sehen ist. Auch Pfarrer Michael Fornoff und Bürgermeister Achim Grimm („Ich bin selbst Schüler dieser Schule gewesen“) geben den Jugendlichen ihre besten Wünsche mit auf den Weg.

Auf die Pause, zu der fast alle fluchtartig aus der heißen Halle auf den Schulhof streben, folgt die eigentliche Zeugnisübergabe – und ein Ehrungsblock mit Auszeichnungen für besondere Leistungen sowie herausragendes Sozialverhalten. Für ihr Engagement werden ausgezeichnet: Ronja Rudolph (R10a), Giulio Leo (R10b), Lucas Wölfelschneider (H9a), Nadja Khdaja (N9b), Adrianne Glenz und Nicole Riske (G10a), Susanne Tkanov (G10b), Kathrin Kohls und Charlotte Dose (G10c). Besondere Leistungen erbrachten Berivan Karayilan (R10a), Melisa Mechmet (R10b), Marian Slavin (H9a), Robert Josic (H9b), Svenja Sommer (G10a), Brianna Burger (G10b) und Amelie Wilk (G10c).

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