Zwölf Shows pro Woche

Robert Strobel spielt mit Saxophon-Legende im Tigerpalast

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Musiker Robert Strobel: Immer mit Begeisterung am Schlagzeug.

Groß-Zimmerner - Er spielte Tourneen mit Andy Borg und Roy Black, ging auf Kreuzfahrt mit Bill Ramsey, trat in New York und Los Angeles auf und gehört seit 1992 fest zum Ensemble des Frankfurter „Tigerpalasts“: Schlagzeuger Robert Strobel hat in 30 Jahren Musikgeschäft schon wahrlich viel erlebt. Von Jens Dörr 

Ein klangvolles Zusammentreffen vor wenigen Wochen ließ aber auch den 52-jährigen Groß-Zimmerner nicht kalt: Bei einem Workshop an der Musikhochschule Frankfurt durfte er zusammen mit Branford Marsalis musizieren. „Er ist ein Weltstar am Saxophon, hat mit Phil Collins und Elton John gespielt“, sagt Strobel. ns Schwärmen gerät er über jene lebende Legende, die zum Beispiel das berühmte Solo in „Englishman in New York“ einspielte, nicht nur deswegen: Vor allem die unverkrampfte, unkomplizierte Art des vielerorts angehimmelten US-Jazzers tat es dem Zimmerner an.

Robert Strobel (rechts) musizierte in Frankfurt mit Saxophon-Weltstar Branford Marsalis.

Über einen Bekannten einer Seligenstädter Musikschule wurde Strobel zum Workshop mit dem Star eingeladen, „absagen kann man so etwas ja nicht“, meint der Schlagzeuger. So also traf er auf den großen Branford Marsalis und kam zur Erkenntnis: „Wie er zur Tür rein kam, war einfach bemerkenswert. Er war so bescheiden, so unprätentiös. Da stand er dann in der Cordhose und einem karierten Hemd, war unheimlich hilfsbereit und gab den Nachwuchsmusikern Tipps.“ arsalis, der ursprünglich vom Pop kam und sich nach und nach dem Jazz näherte, gab nach der Darbietung eines 15-Jährigen sogar zu, soeben ein Stück in einer Güte gehört zu haben, die er in diesem Alter einst noch nicht selbst hätte entstehen lassen können. Gut kam bei den Workshop-Teilnehmer auch an, dass der aus New York stammende Saxophonist keine Stücke vorgab, sondern sich nach den Vorstellungen seiner Gastgeber richtete. An die zehn Stücke durfte auch Strobel zusammen mit dem Weltstar spielen.

Der sympathische Musiker, der in Klein-Zimmern aufwuchs, zwischenzeitlich auch in Roßdorf, Dieburg und London lebte, ehe es ihn wieder in ein Häuschen in die Groß-Zimmerner Wilhelm-Liebknecht-Straße verschlug, kann derweil nicht nur über die gemeinsame Session mit Marsalis detailliert und amüsant erzählen. on Touren mit Vico Torriani, mit dem er sogar Kochrezepte austauschte, über Gigs mit Roy Black („Ich war jung und brauchte das Geld“) bis hin zur weiter währenden Zusammenarbeit mit den Spitzenartisten im „Tigerpalast“ (wo Strobel bis zu zwölf Shows in der Woche begleitet) streifen seine Erinnerungen im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Mein Glück war, dass ich einen super Lehrer hatte“, vergisst er auch die eigenen musikalischen Anfänge nicht. Er sein kein berauschender Schüler gewesen, habe „nur“ die Realschule abgeschlossen, „aber Schlagzeug spielen, das konnte ich schon damals richtig gut“. in Meister sei allerdings auch mit ihm nicht vom Himmel gefallen. Sogar heute übe er noch „drei bis fünf Stunden am Tag“. as ist ihm jedoch keine Bürde: „Wir Musiker müssen alle üben und machen das ja aus eigenem Antrieb.“ Und wenn dann noch Höhepunkte wie der Workshop mit Branford Marsalis hinzukommen, mangelt es an der notwendigen Eigenmotivation ganz gewiss nicht.

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