Helfer gesucht

Rund 100 Flüchtlinge mehr in Zimmern

+
Froh, dass sie in Zimmern sind: Dem Iraner Mustafa Hataramsade (v.r.) und Amar Dunamy (beide 25) aus Bagdad hilft Josephine Degroot (23), Studentin der Sozialen Arbeit aus der Schweiz.

Groß-Zimmern - Nachdem die Flüchtlingsunterkünfte in der Angelgarten- und der Röntgenstraße bezugsfertig waren, wurden sie in der vergangenen Woche fast komplett belegt. Jetzt leben rund 100 Flüchtlinge zusätzlich in der Gemeinde. Von Gudrun Fritsch 

Tumultartige Szenen gab es am Dienstag vor der Sammelunterkunft in der Röntgenstraße.

„Wir brauchen dringend weitere ehrenamtliche Helfer“, sagte Sandra Bruckmann. Als hauptamtliche Sozialarbeiterin begrüßte sie die Asylbewerber. „Ich weiß nicht, wie ich das ohne die Unterstützung geschafft hätte“, fügte sie hinzu. Eine zweite hauptamtliche Stelle soll voraussichtlich Anfang September besetzt werden. Seit Mitte vergangener Woche ist die Sammelunterkunft in der Angelgartenstraße mit rund 49 Personen fast voll belegt. Einige waren vorher in einem Hotel in Weiterstadt, manche der Männer sind seit zwei Jahren hier. Ein Vorteil ist, dass sie schon recht gut Deutsch sprechen.

Am 11. August kamen von der Erstaufnahme in Babenhausen 48 Personen nach einer Odyssee in Zimmern an. Die drei Ehepaare mit Kindern sowie fünf Frauen mit vier Kinder und einige Männer mussten zunächst nach Gießen, wo die Zuweisung stattfindet, dann zur Regelung der Finanzen nach Pfungstadt, wo Geldanträge gestellt werden können.

Wer keine Ausweispapiere hat, muss einmal monatlich nach Pfungstadt, die anderen haben ein eigenes Konto. Erst dann kamen sie am Abend nach Groß-Zimmern. Helfer des Asylkreises haben die Neuankömmlinge versorgt und bei der Zuordnung in die Zimmer geholfen. Gerade jetzt, mitten in den Ferien, werden dringend weitere Helfer benötigt, denn die Zahl der Flüchtlinge ist bereits jetzt um rund zwei Drittel gestiegen.

Am Dienstag wäre es in der Röntgenstraße beinahe zu Handgreiflichkeiten gekommen. Da eine Unterkunft in Eppertshausen aufgelöst werden musste, wurden diese Flüchtlinge, ein syrisches Ehepaar sowie überwiegend Männer aus Afghanistan, Pakistan, Eritrea, Iran und Äthiopien in die Röntgenstraße verlegt. „Bereits in Eppertshausen wurden die neuen Zimmer zugewiesen“, berichtete Bruckmann. Dabei habeman berücksichtigt, dass möglichst Menschen mit gemeinsamer Sprache auf einem Flur zusammen kommen oder ein Zimmer teilen. Doch nicht alle waren zufrieden. Gleich nach der Ankunft schlossen sich zwei Afghanen in ein Zimmer ein, weil sie nicht ins Viererzimmer wollten. Alle Zusprache blieb erfolglos, so dass die Polizei gerufen wurde. Das zeigte sogleich Wirkung: Die Männer verließen das Zimmer und wurden vom Landkreis in andere Unterkünfte gebracht.

Bruckmann bleibt mit ihrem Büro im Familienzentrum, hat aber in jeder Unterkunft ein Büro mit wöchentlich festen Sprechstunden und Ausstattung, so dass sie Unterlagen kopieren und ausdrucken kann. „Ansonsten bin ich im Moment ständig unterwegs“, berichtet sie. Seit März ist sie im Amt, fünf Syrer haben seitdem eine Anerkennung erhalten, sagt sie und ist froh, dass Programme wie das „Technikzentrum“ in Weiterstadt für Einstiegsqualifizierungen sorgen. Wer gerne im Asylkreis mitarbeiten oder eine Patenschaft für Flüchtlinge übernehmen will, kann sich bei Sandra Bruckmann melden unter 0151 29250159.

Kommentare