Runder Tisch Flüchtlinge braucht jede Hilfe

Groß-Zimmern - Der Arbeitskreis Flüchtlinge trifft sich regelmäßig. Zuletzt kamen die engagierten Helfer vergangene Woche im Jugendzentrum zusammen. Es konnten viele Neue begrüßt und in die Mitgliederliste aufgenommen werden.

Angesprochen wurden diese neuen Mitglieder über Meldungen im LA, den Bürgerbrief, die Internetseite der Gemeinde oder persönliche Ansprache. Bürgermeister Achim Grimm bot eingangs einen Einblick in die aktuelle Situation: Die Flüchtlingszahlen steigen tendenziell. Das Kontingent für Groß-Zimmern soll vorerst unverändert bleiben. In diesem Jahr werden aller Wahrscheinlichkeit nach 66 Flüchtlinge unterzubringen sein. Zurzeit sind keine Zuweisungen nach Groß-Zimmern möglich, da es keine passenden Wohnungen gibt. Bürgermeister Grimm erläuterte, dass in diesem Jahr zwei neue Standorte geplant sind.

Nach dem Parlamentsbeschluss im Dezember soll die auf dem Gelände in der Angelgartenstraße (gegenüber der Feuerwehr) eine Sammelunterkunft für 50 Flüchtlinge errichtet (wir haben berichtet). Hier wolle man dem Reinheimermodell folgen, für das der Kreis bereits die Kosten ermittelt hat. Seitens der Bewohner gab es eine Unterschriftensammlung. Sie seien nicht prinzipiell gegen eine Flüchtlingsunterkunft, hielten die Gegend, in der bereits jetzt relativ viele Sozialhilfeempfänger und Ausländer leben, jedoch für extrem belastet. Es sei zu befürchten, dass das zuletzt erreichte, sozial sehr gute Klima bei so hohem Ausländerzuzug gestört werden könnte.

In der Bahnhofstraße wird das ehemalige Restaurant „Georgi“ in eine Gemeinschaftsunterkunft umgewandelt. Die Immobilie wurde zu diesem Zweck an einen Privatinvestor verkauft. Der hat mit dem Landkreis einen Betreuungsvertrag abgeschlossen. Die Umbauarbeiten haben bereits begonnen. Die Immobilie in der Bahnhofstraße könnte dann für 48 Flüchtlinge Platz bieten. Grimm kündigte an, dass es Anliegerversammlungen geben wird, um die angrenzenden Bewohner über die Gegebenheiten aufzuklären und sie von Beginn an einzubeziehen. So wolle man seitens der Gemeinde ein respektvolles Miteinander fördern. Für das derzeit im Jugendzentrum angesiedelte Sozialkaufhaus ist ein Umzug geplant. Zurzeit werde geklärt, ob die Räume der ehemaligen katholischen Bücherei genutzt werden könnten. Allerdings steht noch die Entscheidung des Kirchen-Verwaltungsrats aus. Silvia Gruber-Kahnt hat ein Konzept für den Betrieb des Kaufhauses erarbeitet. Es soll auch Treffpunkt für Flüchtlinge sein. Diese sollen aktiv mitarbeiten, für die Waren sollten geringe Kosten erhoben werden. Sobald Räumlichkeiten gefunden sind, soll ein gemeinnütziger Träger gesucht werden. In diesem Zusammenhang wurde betont, dass man die Selbständigkeit der Flüchtlinge unterstützen und erhalten wolle. Dekan Martin Gölz und Jugendpfleger Tom Hicking arbeiten an einem Betreuungskonzept, das auch einen Fahrplan zur Unterstützung enthalten soll. Dem Team für den ehrenamtlich erteilten Deutschunterricht hat sich eine weitere Helferin hinzugesellt. Da die Intensivklasse für Flüchtlingskinder an der Dieburger Goetheschule überfüllt ist, wolle man sich dafür einsetzen, eine solche Klasse auch an der Albert-Schweitzer-Schule zu etablieren. Schwierig werde das jedoch eventuell wegen bereits jetzt bestehender Raumnot an der Schule.

‹ Zur Infoveranstaltung über die Gemeinschaftsunterkunft in der Bahnhofstraße laden Bürgermeister Achim Grimm, die Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück und Arbeitskreis Flüchtlinge für Dienstag, 3. Februar, um 19.30 Uhr ins Glöckelchen ein. (guf)

Rubriklistenbild: © dpa

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