Das grüne Stangengemüse gibt"s im Mai

Ab Samstag wird Spargel gestochen

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Es brummt und flitzt in den Erdbeerreihen. 14 Hummelvölker erledigen derzeit die Vorarbeiten für die Reife der Früchte. Im Juni beginnt die Ernte.

Darmstadt-Dieburg/Klein-Zimmern - Die Feinschmecker stehen in den Startlöchern. Bei den Spargelbauern im Landkreis häufen sich die Anfragen nach dem weißen Gold unter den Gemüsen. Von Ursula Friedrich

Dank raffinierter Anbaumethode bahnen sich die ersten zarten Spargelköpfchen ihren Weg durchs Erdreich, und die frohe Kunde lautet: „Am Wochenende wird gestochen. “. Im Februar hat Spargelbauer Thomas Funk seinem Gemüse eine behagliche Kinderstube geschaffen. Auf zehn Hektar reihen sich in Langstadt die Bahnen, die zunächst mit Planen und dann mit einem zusätzlichen Tunnel überspannt werden, um die Wärme im Boden zu speichern. „Viele Stammkunden lechzen schon nach Spargel“, sagt Ursula Funk. „Aber alles hat seine Zeit.“

Mit Folie und Tunneln hat auch der Groß-Umstädter Kollege Hansgeorg Münch für gute Wachstumsbedingungen gesorgt. Fünf Sorten des Königsgemüses baut der Landwirt seit 2006 an – inzwischen auf 6,5 Hektar. „Es ist ein schmutziges Geschäft“, meint Münch lächelnd, denn im Gegensatz zum Babenhäuser Sandboden gedeiht sein Spargel auf dem Umstädter Lösboden, der bei viel Niederschlag ziemlich schwer und schlammig wird. Der Löslehm verleiht dem Umstädter Spargel einen unverkennbaren Geschmack. Unter Kennern gilt er als herzhafter, im Vergleich zum Babenhäuser Vetter.

Der Spargel ist reif für die Ernte.

Deutlich kräftiger und würziger ist der grüne Spargel, den Klein-Zimmerns Landwirt Thomas Schaffer anbaut. Er verzichtet ganz auf Tunnel und Folie und muss seine Kunden deshalb vertrösten, bis Mutter Natur genug Wärme sendet. Anfang Mai wird der grüne Spargel geerntet, den Schaffer nach ökologischem Gesichtspunkten bearbeitet. Weit auseinander stehende Pflanzreihen sind Präventivmaßnahmen gegen Pilzinfektionen, die Ost-Westausrichtung sorgt für Winddurchlässigkeit beim grünen Spargel, der im Gegensatz zur weißen Verwandtschaft komplett über der Erde wächst. Viel Chemie kommt beim Spargelanbau ohnehin nicht zum Einsatz, dafür sind Pflege, Hege und Ernte aufwendige Handarbeit.

Zur Verstärkung in der Erntezeit setzt der Familienbetrieb Funk auf Erntehelfer. 22 polnische Arbeiter, die seit vielen Jahren nach Langstadt kommen, um das weiße Gold zu fördern. In der Hochphase des Spargelstechens ist auf dem Hof „Ausnahmezustand“, sagt die Chefin. „Um diesen Aufwand zu betreiben, muss man schon ein bisschen verrückt sein.“ Auch Hansgeorg Münch hat die Unterkünfte für seine rumänischen Spargelstecher schon hergerichtet. Seine Kunden sind „heiß“, haben sogar schon nach Erdbeeren gefragt. „Der Hauptspargelmonat ist der Mai“, erläutert Münch. Wenn das Erdreich sich auf 20 Grad erwärmt hat, sprießen die feinen Triebe durchaus bis zu zehn Zentimeter täglich.

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Nach alter Bauernregel ist am Johannistag, dem 24. Juni, alles vorbei. Um die Pflanze zu schonen, wird die Ernte dann eingestellt. Während sich bei Münchs die Spargelstecher für das Wochenende rüsten, sind kleine fleißige Helfer schon voll im Einsatz. Unter den Planen mit Erdbeerpflanzen sorgen Hummeln für die Bestäubung. 14 Völker brummen und flitzen zwischen den blühenden Pflanzen herum, denn auch die Erdbeerfans stecken längst in den Startlöchern. Anfang Juni soll der Hunger auf die süßen Früchtchen gestillt werden.

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