Ehrenamt nach zehn Jahren verlängert:

Schiedsmänner schaffen Frieden am Zaun

Bürgermeister Achim Grimm (links) ist auch weiterhin als Schiedsmann ehrenamtlich tätig. Die Urkunde überreichte ihm der Direktor des Amtsgerichts Frank Richter. - Foto: Fritsch

Dieburg/Groß-Zimmern - Seit zehn Jahren ist Bürgermeister Achim Grimm im Amt. Und das nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Schiedsmann für den Bezirk Groß-Zimmern. Von Gudrun Fritsch

Zufrieden mit dem ehrenamtlichen Engagement des Zimmerner Rathauschefs überreichte ihm der Direktor des Amtsgerichts Dieburg, Frank Richter, die Ernennungsurkunde für weitere fünf Jahre, nachdem die Gemeindevertreter ihn zuvor ein weiteres Mal gewählt hatten. Bereits Grimms Vorgänger Dieter Emig war fast während seiner gesamten Amtszeit als Bürgermeister auch Schiedsmann in Groß-Zimmern. Das ist jedoch nicht in allen Gemeinden so. Die Aufgaben bestehen in der Durchführung von Schlichtungsverfahren mit dem Ziel, eine gütliche Einigung zwischen den Parteien zu erreichen.

Die Schiedsperson muss unparteiisch sein. Anteilnahme an den zu verhandelnden Sachen, die geduldige Bereitschaft zuzuhören und auf die Probleme einzugehen, die Herstellung einer ruhigen und entspannten Atmosphäre sowie zurückhaltendes Auftreten der Schiedsperson sind die Erfolgsfaktoren der Schiedsämter. „All das bietet Achim Grimm und er hat in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht“, lobte Richter und nannte Vorteile der „vorgelagerten Justiz“:

Die Verhandlung ist mündlich und nicht öffentlich. Die Schiedsperson kann den Parteien eigene Vergleichsvorschläge unterbreiten. Das Verfahren endet in der Regel mit einem Vergleich. „Neben der Entlastung der Justiz profitieren vor allem die Bürger von der Inanspruchnahme eines Verfahrens vor dem Schiedsamt, denn die Erfolgsquote liegt nachweislich bei über 50 Prozent“, so Richter. Anders als bei Gericht könne oft schon nach wenigen Tagen ein Termin gefunden werden.

Das Schlichtungsverfahren ist zudem kostengünstig. Neben einer Grundgebühr müssen die Auslagen erstattet werden. Pro Verfahren seien das im Schnitt weniger als 50 Euro, so Grimm. Die Grundidee, die Parteien ohne Rechtsvertreter miteinander reden zu lassen, habe sich bewährt und die Betroffen sparen die Anwaltskosten.

Streitigkeiten am Gartenzaun oder persönliche Differenzen kommen am meisten auf den Tisch: „Gerade die Schiedsmänner, die Nachbarschaftsstreitigkeiten lösen, verhindern jedes Jahr viele Gerichtsprozesse “, berichtete Richter. Bürgermeister Grimm ergänzte: „Es ist immer ein Erfolgserlebnis, wenn man aus diesen Verfahren herausgeht und wirklich etwas erreicht hat.“ Er bestätigte, dass es sich auch in Groß-Zimmern in den meisten Angelegenheiten um „Tüt-zu-Tür“-Fälle handele.

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