Bauhofmitarbeiter haben im Winter viel zu tun

Schnee von gestern

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Sehr schnell kann es wieder so aussehen wie zwischen den Jahren. Auch an der Kläranlage (im Bild) muss der Schnee zeitnah geräumt werden, damit die Mitarbeiter dort unbeeinträchtigt ihrer Arbeit nachgehen können.

Groß-Zimmern - Der erste Kälte- und Schneeeinbruch dieses Winters sorgte zwischen den Jahren für Betriebsamkeit auf dem Bauhof. Straßen mussten von Schnee und Eis befreit werden. Von Ulrike Bernauer 

Aber Bauhofleiter Peter Jonas teilt auf Anfrage des LA mit, dass die Gemeinde gut vorbereitet ist. Das Salzsilo war mit 50 Tonnen gut gefüllt. Gut zehn Tonnen sind daraus inzwischen verschwunden, sie wurden bei ersten Einsätzen auf die Straßen gestreut.

Wie lange der Rest noch hält, kann Jonas nicht genau sagen. „Wenn es ein Wochenende mit viel Schnee oder gar gefrierendem Regen gibt, dann können in zwei Tagen 35 Tonnen Salz verbraucht werden.“ Dennoch macht er sich um den Vorrat keine Sorgen. Denn Salz kann „just in time“ geliefert werden.

Arbeitsteilung habe keinen Sinn

Bei der Bestellung gebe es bisher keine interkommunale Zusammenarbeit, beispielsweise mit Dieburg. „Das wurde immer mal wieder in Erwägung gezogen, und es wird wahrscheinlich auch immer wieder Vorstöße in diese Richtung geben“, sagt Jonas. Aber letzlich sei es nicht sehr sinnvoll, da die Lieferfahrzeuge sowieso nicht mehr Salz auf einmal transportieren können, wie in ein Silo passt. Auch die Schneeräumarbeiten zu teilen hielte Jonas für wenig zielführend. „Die Gemeinden benötigen ihre jeweiligen Räumfahrzeuge selber und diese Maschinen sind multifunktional, werden also in den anderen Jahreszeiten für andere Zwecke eingesetzt. Es liegt im Ermessen des jeweiligen Einsatzleiters, wie viel geräumt wird und auch wie viel Salz gestreut wird“, sagt der Bauhofleiter. In Groß-Zimmern gehe man mit dem Salz eher sparsam um. Auch die Frage, wann man mit dem Räumen beginnt, werde immer aktuell entschieden. So mache es kaum Sinn, zu räumen, während es noch stark schneit.

Hausbesitzer müssten jedoch häufiger ran als der Winterdienst. „Eine Strecke von 20 Metern kann man mehrmals am Tag räumen, bei 20 Kilometern hingegen sieht das anders aus.“ Außerdem seien nicht die Autofahrer am meisten gefährdet, sondern die Fußgänger, weshalb der Bauhof sein Hauptaugenmerk auf Fußgängerwege richte. Es werden allerdings auch Orte geräumt, an die der Bürger so zunächst gar nicht denkt. So fährt das Räumfahrzeug auch zur Kläranlage, um dort Schnee zu schieben. „Auch hier muss das ganze Jahr über gearbeitet werden“, sagt Jonas, „und die Mitarbeiter haben gar keine Zeit, neben ihren Aufgaben auch noch per Hand Schnee zu schieben.“

Insgesamt sind die Mitarbeiter des Bauhofs zwischen den Jahren sehr gefordert. Einige der 15 Beschäftigten haben Urlaub, so dass im Moment sechs Mitarbeiter die Bereitschaft gewährleisten und anderen Arbeiten nachkommen, die noch anliegen. So ist in der Schlosserei oder Schreinerei immer etwas zu tun. Arbeiten, zu denen man im Sommer überhaupt nicht kommt. Zum Beispiel müssen Rauchmelder in einer gemeindeeigenen Wohnung installiert werden. Jonas muss sich also keine Sorgen manchen, dass sein Team nicht genug Arbeit findet, auch wenn der Schnee nun sehr bald wieder Schnee von gestern ist. Aber auch der hat es manchmal in sich. Wenn er wegtaut und dann auf der Straße gefriert, dann heißt es für die Männer des Bauhofs wieder ausrücken. Dann müssen sie zwar keinen Schnee schieben, aber dafür an die Salzvorräte gehen.

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