Vogelzüchter bieten buntes Federvieh zum Kauf an

Schönheiten hinter Gittern

Anni und Veit Osinski machen vor jedem Käfig halt, die kleine Anni will alle Vögel genau sehen. Von links: Sittich, Reisfink, zwei Zebrafinken und noch ein Sittich.

Groß-Zimmern - Der Vogel-, Zucht- und Schutzverein hatte zur Vogelbörse eingeladen und freute sich über jeden Besucher. Familien mit Kindern waren am Sonntag nicht so zahlreich vertreten, die Züchter blieben überwiegend unter sich.

Anni zeigt begeistert auf die Vögel. Vom sicheren Arm von Papa Veit Osisnki lassen sich die Piepmätze wunderbar betrachten. Dem Mädchen gefallen die kleinen, lebhaften Tiere sehr. Sie war es auch, die zur Vogelbörse in die Mehrzweckhalle kommen wollte. Der Opa von Anni ist ein großer Vogelzüchter, da haben wir gedacht, wir besuchen ihn mal“, sagt Osinski. „Ich kann mit Vögeln nicht viel anfangen, aber die Anni mag alle Tiere“, ergänzt der Papa. Bei ihm wären Vögel auch nicht so gut aufgehoben, denn er ist Katzenliebhaber und hat einige Tiere zu Hause. Ein anderer Besucher, Stefanos Yanakinas, kommt aus Walldorf. Den Besuch der Vogelbörse verbindet er mit einem Besuch bei der Enkelin, der Tochter und dem Schwiegersohn. „Ich züchte Groß-Sittiche, hauptsächlich Königssittiche“, sagt Yanakinas. Etwa 35 Vögel nennt er sein eigen. Er hat die Sittiche nur zum Vergnügen und stellt sie nicht bei Schauen aus, „diese Arbeit mache ich mir nicht.“

Peter Kos kommt aus Groß-Umstadt. „Ich habe Papageienamadinen abzugeben“, sagt er. „Ich habe zu viele davon. Aber das Geschäft läuft heute nicht so gut. Ich besuche häufig auch die Vogelbörse in Mainz-Laubenheim. Da kaufe ich auch mal was. Das ist eine große Messe.“ Der Vogelliebhaber züchtet auch in Groß-Umstadt im Kanarien- und Vogelzucht-Verein. Seit 43 Jahren ist er dabei, ihm wurde das Hobby nicht durch die Familie in die Wiege gelegt. „Ein Arbeitskollege musste seine Wohnung aufgeben und seine Vögel abgeben. Ich hatte einen Stall und habe dort eine Voliere abgetrennt, da war das kein Problem.“

Otto Walldorf will altersbedingt mit der Vogelzucht aufhören. Er kommt aus Weiterstadt und hatte einst 150 Vögel, fast alles australische Prachtfinken. Zwei Amadinen sitzen in einem großen Käfig, an dem ein Schild hängt: „50 Euro für Vögel und Käfig“. Das ist ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, wieviel allein ein Käfig kostet. Der Weiterstädter bedauert sehr, seine Vögel abgeben zu müssen. „Ich habe aber noch andere Hobbys und zwei Vögel werde ich behalten, damit noch ein klein bisschen was flattert.“ Siegrid Eufrisch wohnt in Dieburg und züchtet im Verein in Groß-Zimmern. Sie hat drei Zebrafinken gekauft, um ihre Zuchtlinie aufzufrischen. „Ich züchte noch

Ziegensittiche und Wellensittiche, weil es mir einfach Spaß macht.“ Auch die Dieburgerin zeigt ihre Vögel nicht bei Ausstellungen. „Ich behalte die meisten selbst. Ab und zu kommen Privatleute, um mal einen Vogel zu kaufen. Heute habe ich nur Hennen erworben, weil ich zu viele Hähne habe. Sonst werden die ein oder zwei Hennen, die ich habe, zu sehr belagert.“ Die Vögel leben bei ihr draußen in einer Voliere, windgeschützt und überdacht ist das möglich. „Beim Verkäufer wurden sie auch kalt gehalten, ich kann jetzt keinen Exoten raus bringen, der vorher um die 20 Grad gewohnt war.“

Seit wohl zehn Jahren veranstaltet der Kanarienvogel-, Zucht- und Schutzverein die Börse zweimal jährlich. Anfangs fand sie in der Rad- und Rollsporthalle statt, aber auch schon mal beim Kleintierzuchtverein. „Hier sind die Bedingungen optimal“, sagt Peter Steinbeck, Vorsitzender des Vereins. „Heute sind leider nicht ganz so viele Besucher da“, zieht Steinbeck ein Resümee. „Aber so haben sich die Züchter untereinander ausgetauscht.“ Waldvögel hat Steinbeck bei der Börse jedoch vermisst, dabei wäre die Nachfrage hierfür unter den Züchtern groß gewesen.

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