Bücherfest der Friedensschüler

Schrecklichstes Monster der Welt

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Die Klasse vier (a) hat sich einiges einfallen lassen. Bei ihrer Lesung tritt auch ein Ritter auf.

Groß-Zimmern - Ganz still ist es im Klassenraum der 4a. Man hört nur die Stimmen von Sarah und Emily. Die Schülerinnen lesen die Geschichte vom „schrecklichsten Monster der Welt“ vor. Alle hören zu und schauen sich die Bilder an.

Für das Bücherfest der Friedensschule am Freitag haben die Viertklässler nicht nur das Lesen fleißig geübt, sondern auch viele Bilder gemalt, in denen das Monster auftritt. Staunend verfolgen die Zuhörer die Geschichte, in der das schrecklichste Monster versucht, ein Kind zu erschrecken, es aber absolut nicht fertig bringt. Das Kind ist einfach nicht zu erschüttern. Im Gegenteil – es kann selbst die Monster dieser Welt zum Schaudern bringen. Das „zweitschrecklichste Monster der Welt“, so geht die Geschichte weiter, in der neben Monstern auch eine leibhaftige Prinzessin, ein König und ein Ritter auftreten. Die Klasse vier (a) hat ihre Märchenstunde perfekt organisiert. Insgesamt gibt es drei Lesungen und es ist nicht nur festgelegt, wer lesen darf, sondern auch, wer Türdienst hat, damit nicht Besucher mitten in die Lesung hineinplatzen. Viele unterschiedliche Angebote locken bei diesem zehnten Lesefest der Friedensschule Kinder und Eltern.

Die meisten drehen sich natürlich ums Lesen oder um Bücher. Aber wer sich stundenlang mit Literatur beschäftigt, der braucht auch ein wenig Entspannung. Die kann man sich beim Stelzenlaufen oder Tischkicker-Spielen holen. Das Bastelangebot ist ebenfalls groß. Die Kinder können bei der Klasse zwei (c) Gedichte-Karten drucken, Bucheckenmonster bei der Klasse vier (c) basteln oder sich Kronen aus einem Pappteller fertigen.

Märchen liest die Klasse drei (a) und wer seinen Buchbestand zu Hause vergrößern will, der kann beim Flohmarkt der Klasse drei (c) neue Literatur mitnehmen.

Finn (9) aus der Vier (b) gefällt das Fest gut. „Ich mag, dass es hier Bücher gibt, und dass man Lesezeichen machen kann.“ Karin Buhlheller ist mit ihrer Tochter Katharina (8) gekommen. Die Kleine besucht die zweite Klasse und findet die Veranstaltung „toll“, besonders gefällt ihr der sportliche Riesenparcours. Ihre Mutter fühlt sich ebenfalls sehr angesprochen. „Das Fest ist mit Sicherheit mit viel Aufwand verbunden und es gibt für die Kinder ein tolles Angebot. Man sieht viele Leute und kommt in Kontakt mit anderen Eltern, die man sonst kaum sieht.“

Auch Volker Borst hat seine Tochter in die Schule begleitet, sie besucht erste Klasse. . „Die Organisation ist sehr gut, das kann man jeder Schule weiter empfehlen. Die Unterstützung durch die Lehrer beim Lesenlernen ist hier ebenfalls hervorragend.“

Begeistert vom Bücherfest ist auch Farhad Nassiri. Er ist mit seiner Familie vor 18 Monaten aus dem Irak geflüchtet. Seine Tochter Farima (8) besucht die zweite Klasse der Grundschule. „Sie hat sehr schnell Deutsch gelernt“, sagt der Vater. Im Irak war Farima noch nicht in die Schule gegangen. Die Familie wird in Deutschland bleiben können, sie wurden als Flüchtlinge anerkannt. Während der Vater noch mit leichtem Akzent spricht, hat die Tochter neben sehr großem Wortschatz inzwischen auch eine perfekte Aussprache.

Schulleiter Axel Pucknat hatte die Gäste zu Beginn begrüßt. Ursprünglich war das Bücherfest zur Finanzierung der schuleigenen Bücherei ins Leben gerufen worden. Die Einnahmen aus dem Fest fließen auch heute noch in die Anschaffung von neuen Büchern. Das Datum des Bücherfestes ist entsprechend gewählt: Am 18. November findet der bundesweite Lesetag statt. Die Eltern konnten das Schullied in großer Lautstärke hören. Aufgrund des schlechten Wetters wurde es nicht im Schulhof, sondern im Flur im Erdgeschoss von allen Kindern gesungen. Der Schlachtruf der Kinder „Lesen verhindert die Dummheit“, eröffnete dann das Fest. (bea)

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