Weniger Eltern aus anderen Gemeinden beim Kennenlernabend

Schüler auf der Leinwand

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Beim Kennenlernabend freuten sich die Eltern über einen kleinen Film, in dem Schüler der ASS sängerisch und schauspielerisch die Zukunftswerkstatt vorstellen.

Groß-Zimmern - Während Schulleiter Helmut Buch Eltern zukünftiger Gesamtschüler in den letzten Jahren zum Kennenlernabend der Albert-Schweitzer Schule (ASS) in die Turnhalle einlud, präsentierte er am Donnerstag stolz die neu gestaltete Pausenhalle. Von Ulrike Bernauer 

Nach der abgeschlossenen Sanierung bietet die nicht nur angenehmes Ambiente, sondern verfügt auch über die erforderliche Technik für einen Vortrag mit Präsentationen. So kamen die Eltern der jetzigen Viertklässler, die im Sommer auf eine weiterführende Schule wechseln, auch in den Genuss eines kleinen Filmes, der vielen ein Lächeln entlockte. Mit einem Lied, viel Bewegung und Requisiten stellten Schüler der ASS ihre Zukunftswerkstatt vor, die hauptsächlich der Berufsvorbereitung dient.

Zunächst wollte der Schulleiter von den Gästen will wissen, welche Schule ihre Kinder aktuell besuchen. Die meisten Hände reckten sich bei der Friedensschule in die Höhe, natürlich waren auch die Eltern von Kindern der Schule im Angelgarten und der Geißbergschule vertreten. Einige kamen aber auch in diesem Jahr nicht aus Groß-Zimmern, sondern aus Semd, Habitzheim und Roßdorf. Auch aus Dieburg waren Eltern vertreten, allerdings deutlich weniger als in den vergangenen Jahren. Offensichtlich wirkt sich aus, dass auch die Goetheschule wieder zur verlängerten Gymnasialstufe (G 9) zurückgekehrt ist. Buch ist nicht unglücklich über diese Entwicklung, da die ASS mit weniger Schülern überschaubarer ist und es weniger Engpässe bei der Klassenraumbelegung gibt.

Marion Hübner, Zweigleiterin des Gymnasiums, Tatjana Rollwage, zuständig für die Förderstufe, und Helmut Buch, auch in Vertretung für Ingeborg Klages, Leiterin des Haupt- und Realschulzweigs, stellten die Vorzüge der vier Schulformen unter einem Dach vor. Die liegen ihrer Erfahrung nach besonders in der Durchlässigkeit der Schulformen untereinander. Kinder, die beispielsweise im Gymnasialzweig nicht so gut zurechtkämen, könnten in den ersten zwei Jahren in die Förderstufe wechseln. Vorteil, dass sie an der Schule bleiben und so nicht auch ihre sozialen Kontakte verlieren. Umgekehrt könnten Kinder, die sich besser entwickeln als von ihren Grundschullehrern zunächst eingeschätzt, auch in den Gymnasialzweig wechseln.

Die ASS biete aber auch noch andere Vorteile. Neben dem frisch sanierten Gebäude ein weiträumiges Schulgelände, großzügige Sportanlagen und zwei Sporthallen. Sehen lassen könne sich auch das Angebot, das nicht unmittelbar lehrstoffbezogen ist. Wie die pädagogische Leiterin Barbara Tippe erläutert, wird großer Wert auf das Sozialverhalten gelegt. Hier greife Prävention, um unerwünschte Entwicklungen zu vermeiden, aber auch Mediation um schwieriges Verhalten, wenn es denn vorkommt, vernünftig aufzuarbeiten. Tippe verwies auch auf die zahlreichen Unterstützungssysteme an der ASS. Dazu gehören unter anderem die Kinder- und Jugendförderung der Gemeinde, der Schulpsychologische Dienst, die Diakonie, Pro Familia, die Caritas und der Arbeitersamariterbund. Auch außerhalb des Unterrichts haben Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder betreuen zu lassen. Dazu gehört das gemeinsame Mittagessen in der Mensa, aber auch der Offene Treff oder die Hausaufgabengruppen, beide sind kostenlos, wobei die Hausaufgabengruppen immer schnell ausgebucht sind.

Der stellvertretende Schulleiter Jürgen Köbler bat die Eltern zum Schluss eindringlich, sich genau zu überlegen, für welchen Schulzweig sie ihre Kinder anmelden. Selbstverständlich wünschten alle für ihre Kinder das Beste und damit zumeist einen Besuch des Gymnasiums. Irrig sei aber die Ansicht, es könnte ja nicht schaden, das Kind auch dann am Gymnasium anzumelden, wenn es dafür eigentlich nicht geeignet sei. Den Kindern würde durch permanente Überforderung der Spaß am Lernen und der Schule verdorben, so dass sie auch dann auch in einem anderen Zweig nicht mehr die Leistung erbringen, zu der sie eigentlich fähig sind. Deshalb auch zum Schluss der ernste Rat von Köbler: „Nehmen Sie die Empfehlung der Grundschullehrer ernst, die kennen ihre Kinder in ihrem Lernverhalten am besten.“

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