Demenz, Kleiderkiste und Sportgeräte

Bei Senioren ist alles im Fluß

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Gut bestückt ist die Kleiderkammer im Haus Elisabeth.

Groß-Zimmern - Zur ersten Sitzung 2016 kamen Vertreter der Seniorenvereinigungen im Alten-Pflegeheim der Gersprenz zusammen. Sehr interessiert lauschten die Teilnehmer dem Vortrag von Martina Müller, Leiterin des Demenz-Service-Zentrums im Mehrgenerationenhaus (MGH). Von Ulrike Bernauer 

Allgemein bekannt ist, dass die Krankheit Demenz immer mehr Menschen betrifft. Aktuell leben gut 1,5 Millionen Betroffene in Deutschland, Tendenz steigend. Folglich kannte vermutlich fast jeder der Anwesenden einen Erkrankten. Müller sprach über Entstehung und Formen der Demenz, heilbar ist sie bisher nicht. Die Expertin stellte natürlich die Angebote in Groß-Zimmern vor, die nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen gemacht werden. Da wäre zuallererst die wöchentliche Sprechstunde donnerstags von 10 bis 12 Uhr zu nennen. Unter 618998 können Angehörige oder Erkrankte einen Gesprächstermin vereinbaren. Wichtig seien vor allen Dingen niedrigschwellige und wohnortnahe Angebote, so Müller.

Dazu gehört in Groß-Zimmern das „Café Domino“ im MGH, in dem sich montags von 10 bis 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr Demenzerkrankte treffen können. Es können auch Angehörigenkurse oder Gesprächskreise besucht werden, nähere Informationen erteilt Müller. Bürgermeister Achim Grimm, der die Versammlung leitete, erfuhr auf Nachfrage, dass es keine besonderen Vorkommnisse oder Probleme in den Seniorenvereinigungen gebe. „Es ist alles im Fluss“, waren sich die Vertreter einig.

Die Seniorensprecherin des Landkreises, Hannelore Walz Kirschbaum, begrüßte das Treffen. In manchen Kommunen gebe es kaum Möglichkeiten des Austauschs. In Groß-Zimmern sei das gut geregelt. Intensive Diskussion löste die Ankündigung des Angebots zu einem verbilligten Theaterbesuch im Staatstheater Darmstadt aus, das der Landkreis regelmäßig macht. Marietta Schulmeister vom örtlichen VdK begrüßte das Angebot zwar, bemängelte aber, dass der Landkreis keinen Bus für die Theaterbesucher bereitstelle. Sie wies auf die Versicherungsfrage hin, die Vereine vor Probleme stelle, wenn sie für ihre Mitglieder einen Bus mieten wollen. Nach längerer Diskussion versprach Bürgermeister Grimm für eine der nächsten Sitzungen einen Experten einzuladen, der Klarheit in diese Streitfrage bringen könne.

Thomas Neubecker, Leiter des Pflegeheims Haus Elisabeth, machte auf die Kleiderkiste aufmerksam, die seit kurzem im Haus Elisabeth geöffnet ist (mehr auf Seite 3). Neubecker berichtete auch über die Demenzabteilung in seinem Haus. Die 21 Plätze seien mittlerweile fast alle belegt. Eine freudige Nachricht hatte Grimm für die Leiterin des Gersprenz-Pflegeheims, Ursula Fiebach. Der Innenhof der Einrichtung soll im Verlauf des Frühjahrs neu gestaltet werden. Für einige Geräte, an denen sich Senioren ertüchtigen können, sei nun ein Sponsor gefunden worden.

Das nächste Treffen für Vertreter der Seniorenvereinigungen ist am Donnerstag, 16. Juni, um 14.30 im Rathaus.

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