Rund 800 Menschen feiern eine Megaparty in sechs Kneipen

Sieben Jahre Musik-Erfolgsgeschichte

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Mit den Dirty Fingers auf Tuchfühlung: Für volles Haus sorgten die Musiker in Elfi´s Dorfbrunnen.

Groß-Zimmern - Dichtes Gedränge, schwitzende Leiber und Saunatemperaturen. Dazu ein Megasound, dass die Ohren dröhnen. Klingt das nach Spaß? Jawohl! Die siebte Auflage der Bar-Rock-Nacht Groß-Zimmern wurde am Samstag von rund 800 Menschen als Megaparty gefeiert. Von Ursula Friedrich

Pilgerströme junger und junggebliebener Fans zogen von Gaststätte zu Gaststätte – die Gersprenzgemeinde war Flaniermeile für Feierfreudige. Obwohl in der Nachbarkommune Groß-Umstadt ebenfalls eine Musiknacht nach ähnlichem Muster gefeiert wurde, blieb Zimmerns Publikum dem Ort treu. Der Vorverkauf für 800 Eintrittsbändchen währte nur wenige Stunden, dann war die Veranstaltung ausverkauft. Für Ohren und Augen wurde ein vielseitiges Rockspektakel geboten: von Mainstream bis Jazz, aktuellen deutschen Hits bis zu amerikanischen Oldies.

Hier vibrierte die Bluesharp, dort jaulten die Saiten der Leadgitarre. Und überall feierten Fans, im Laufe des Abends ungehemmt und gut gelaunt ab. Sieben Jahre Erfolgsgeschichte der Rocknacht in sechs Kneipen heißt auch, sieben Jahre friedliches Feiern. „Gemütlich, familär“, so wollen es die vier Urheber des Rockspektakels auf engstem Raum haben – und dieses Konzept geht insbesondere in der ältesten Kneipe auf.

Im Dorfbrunnen ging es mit den „Dirty Fingers“ ebenso auf Tuchfühlung, wie bei Meo, wo „Lauder“-Frontmann Jörg Gläser gemeinsam mit dem Publikum gröhlte: „...wenn ich König von Deutschland wär!“ Im Glöckelchenkeller des Kerbvereins gab es für „Kellner“ Thomas Beutel, der sich mit ein paar Bier zu den bestens aufgelegten Musikern von „Rabaz“ durchzukämpfen suchte, kaum ein Durchkommen.

Weil Tim Claus und Marc Faig, Mark Pullmann und Veit Osinski, die Erfinder der Bar-Rock-Nacht, die Bandauswahl den teilnehmenden Gaststätten überlassen, suchte sich der Kerbverein eine Beraterin. In Sabine Henning („die schätzungsweise in 38 Bands spielt“, flaxte Beutel) hat der Verein einen solchen Profi entdeckt. Beutel kommentierte schmunzelnd: „Sabine kreuzt jedes Jahr mit anderen Männern auf, die hier Musik machen.“ „Ich singe nur als Gast zwei, drei Nummern“, widersprach die Vollblutsängerin.

Das war auch gut so, denn als Fan war sie zudem in der Musikkneipe Pipapo gefragt. Dort war der Papa Jürgen samt Rockband „Äktschen“ kurzfristig eingesprungen, nachdem die ursprünglich gebuchte Combo aus Krankheitsgründen absagte.

Die vier Rock-Nacht-Koordinatoren hielten sich ran, um überall zumindest kurz mitzufeiern. „Wir legen Wert darauf, dass es immer neuen Input gibt und nicht immer die gleichen Bands zu hören sind“, erklärte Osinski während der Kneipentour.

Das kurze Wegstück von Lokal zu Lokal war für viele Besucher eine willkommene Unterbrechung, um unterwegs Eindrücke auszutauschen. Voll, heiß und quirlig, diese Eindrücke trafen auf alle sechs Locations zu. Im Dresselhof sorgte der Gewölbekeller für ein tolles Ambiente, hier heizten „Rediostix“ dem alten Gemäuer und jungen Publikum ein. Und mit „Lehmann 5“ war das musikalische Sextett komplett. Die Zimmerner Band gab im Mediterranée sprichwörtlich Vollgas. Langweilig war lediglich den Türstehern. „Weil es bei uns so friedlich zugeht, kommt auch die Security jedes Jahr gerne wieder“, so Osinski. Für die Bar-Rock-Nacht-Erfinder ist und bleibt die jährliche Veranstaltung ein rein ehrenamtliches Unternehmen. Gibt es einen Überschuss, wird der lokalen Vereinen und Organisationen gespendet, natürlich bevorzugt solchen, die sich der Musik verschrieben haben.

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