Volkstrauertag bietet auch Raum für Gedanken an Opfer der Terror-Anschläge

Solidarität mit Frankreich

Gedenkfeier mit Vertretern des Landkreises, des Reservistenverbands sowie der kirchlichen und weltlichen Gemeinden. - Foto: sr

KLEIN-ZIMMERN - Ein kalter Wind weht den Glockenrain bei Klein-Zimmern hinauf, weht Musikfetzen durchs Wäldchen, das den Friedhof der russischen Kriegsgefangenen einrahmt. Von Klaus Holdefehr

Alljährlich gehört er zu den zentralen Orten des Gedenkens am Volkstrauertag im Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Entsprechend getragen sind die Weisen, die der Bläserchor der katholischen Kirchengemeinde unter Leitung von Klaus Wörtche und der Kirchenchor unter Leitung von Barbara Wörtche intonieren. Einige Schüler der Groß-Zimmerner Albert-Schweitzer-Schule geben der Veranstaltung einen jugendlichen Akzent, ansonsten dominiert die Altersklasse Ü 50, meist dunkel gewandet und mit ernstem Blick dem Geschehen folgend.

Die Kernansprache hält Landrat Klaus Peter Schellhaas. Er nennt eine bedeutsame Zahl: 70 Jahre Frieden.

Den gelte es zu bewahren, weswegen Erinnerung und Gedenken an Zeiten geboten seien, in denen kein Friede herrschte. Die Erinnerung an die Ursachen von Krieg und Gewalt helfe, den Frieden zu bewahren. Und dann wird der Landrat aktuell, spricht die terroristischen Angriffe in Paris an, fordert Mitgefühl mit den Opfern und die Standhaftigkeit der Demokraten gegen religiöse und politische Verblendung.

Für die Kirchengemeinden spricht der evangelische Pfarrer Michael Merbitz-Zahradnik, bettet den Gedenktag mit seinem Friedensgebot in das Wertesystem christlicher Ethik ein und lässt Musikern sowie Sängern das letzte Wort, das ein jüdisches ist und Shalom lautet, was Frieden heißt. Drei Kränze werden vor der zweisprachigen Gedenktafel niedergelegt: Für den Landkreis durch Schellhaas und die Kreistags-Vorsitzende Dagmar Wucherpfennig, in der Mitte durch Vertreter der Reservisten, die mit militärischem Gruß den Kriegstoten Respekt zollen, schließlich für die Gemeinde Groß-Zimmern durch Pfarrer Merbitz-Zahradnik und Bürgermeister Achim Grimm.

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