Sonnenwendfeier am Brünnchen

Heißer Abschied von langen Tagen

+
Meterhoch schlagen die Flammen gen Himmel: Da das Sonnenwendfeuer diesmal wohl zum 24. Mal gezündet wurde, wird es 2017 eine Jubiläumsveranstaltung geben.

Klein-Zimmern - Seit über zwei Jahrzehnten entfachen die Aktiven des Kultur- und Kerbvereins (KuK) regelmäßig zur Sommersonnenwende ein Feuer. Von Ursula Friedrich 

Die mehrere Meter in die Höhe lodernden Flammen markierten auch diesmal einen Wechsel – von nun an werden die Tage kürzer und die Nächte länger. Das Sonnenwendfeuer, seit prähistorischer Zeit Kult, symbolisiert in Klein-Zimmern vor allem den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft. Lange bevor Brandmeister Joachim Köbel den gut drei Meter hohen Holzstapel in Brand steckte, saßen die Besucher beieinander und der Nachwuchs tobte umher. Jungen rauften und balgten, um spielerisch Kräfte zu messen, die Mädchen gingen eher auf Entdeckungstouren durch die Natur am Brünnchen. Während der Chor der Geißbergschule und das Flötenensemble ihre Positionen einnahmen, entfernte sich eine Schar Gänse im Formationsflug, die Würstchen bruzzelten auf dem Grill, Bekannte wurden begrüßt, Freunde umarmt.

Zum musikalischen Programm steuerte auch diesmal KuK-Chef Walter Götz bei, der rhythmisch die Trommel schlug und mit seinem Mundharmonika-Ensemble einige bekannte Lieder anstimmte. Dieses Idyll vermochten auch ein paar Regenwolken nicht zu trüben, die zunächst lediglich wenige harmlose Tröpfchen versprühten.

Mehreren Lieder trugen die Kinder des Geißbergchors und der Flöten-AG vor.

Endlich nahte der große Moment: Joachim Köbel nutzte einen Strohballen als Brandbeschleuniger, um die vier Festmeter Holz zu entzünden. Das rund drei Jahre abgelagerte Fichtenholz aus Zimmerns Wald brannte im Nu lichterloh. Da am Getränke- und Imbisswagen die Schlange kaum kürzer wurde, dürfte die Veranstaltung wohl einiges an Einnahmen gebracht, und weil alle Helfer ehrenamtlich tätig waren das Spendenkonto zu Gunsten Klein-Zimmerner Einrichtungen gefüllt haben. Regelmäßig sponsert der örtliche Verein Grundschule, Kindergarten und Projekte zu Gunsten der Dorfgemeinschaft.

Weil niemand genau nachgerechnet hat, doch die Vermutungen groß sind, dass diesmal das 24. Sonnenwendfeuer entzündet wurde, darf man 2017 auf eine Jubiläumsveranstaltung gespannt sein.

Kommentare