Neue Flüchtlinge auch in Groß-Zimmern

Sozialkaufhaus im Keller der Seniorenresidenz

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Die Regale im Haus Elisabeth stehen. Jetzt müssen die Kisten transportiert und die Waren eingeräumt werden. Im Februar wird das Sozialkaufhaus wahrscheinlich eröffnet.

Groß-Zimmern/Dieburg - Die Gemeindevertretung hat am Dienstag mit entsprechenden Beschlüssen endlich die Voraussetzungen für den Bau der Flüchtlingsunterkunft in der Angelgartenstraße geschaffen.

„Die Verträge sind fertig und werden noch vor Weihnachten unterschrieben“, berichtete Bürgermeister Achim Grimm dem LA auf Nachfrage. Nachdem das Sozialkaufhaus im Jugendzentrum seit dem Sommer geschlossen ist, hat nun eine eigene siebenköpfige Gruppe des Flüchtlings-Helferkreises dieses Projekt übernommen. Seit den Herbstferien wurden die Spenden von der Garage am Juz in einen trockeneren Schuppen am Haus von Gabriele Kuhn-Flavio transportiert. „Wir mussten alles aussortieren. Außerdem dachten wir ja, es wird bald Winter“, berichtet die Krankenschwester inmitten von gut 50 Kisten gefüllt mit Kleidungsstücken, Schuhen, Spielzeug und mehr. Inzwischen gibt es auch sehr gute Neuigkeiten. Zunächst wollte man die ehemalige Kleiderkammer an der katholischen Kirche nutzen. Doch wann der Raum renoviert werden kann, ist noch ungewiss. So freute man sich über den Kontakt zu Thomas Neubecker. Der Leiter der Seniorenresidenz Römerhaus bot an, auf unbegrenzte Zeit und kostenfrei einen 80 Quadratmeter großen Kellerraum bereit zu stellen. Hier ist es trocken und warm, der Zugang barrierefrei. Der Platz reicht auch aus, um eine Spielecke und eine Umkleidekabine einzurichten.

Beginn für das Sozialkaufhaus ist voraussichtlich im Februar. „Wir wollen zweimal die Woche öffnen, an einem Vor- und einem Nachmittag“, sagt Kuhn-Flavio. Neu ankommende Flüchtlinge zahlen nichts. „Die müssen sich ja erst einmal einkleiden.“ Von anderen wird wohl ein Obulus erwartet und „wir werden uns auch vor Missbrauch schützen“. Die Helferin bittet auch darum, Spenden aufzubewahren und nicht einfach abzustellen, sondern nur nach vorheriger Rücksprache, unter Tel.: 71559, abzugeben. Am Donnerstag kamen weitere drei Flüchtlinge nach Groß-Zimmern. Zwei Afghanen konnten in der bereits bestehenden Gemeinschaftsunterkunft in der Bahnhofstraße untergebracht werden. Der dritte, ein sogenannter UMA (unbegleiteter Minderjähriger Ausländer), wird in einer der Wohngruppen beim St. Josephshaus betreut.

Das Gros der auf Dieburg verteilten Flüchtlinge ist im Nordring untergebracht. Neu ist seit Donnerstag: Das ehemalige „Waldholtel Hubertus“ in der Altheimer Straße, das schon seit längerem leerstand, ist jetzt auch Unterkunft für Asylbewerber. Dort sind am Donnerstag 26 Flüchtlinge (meist Familien) aus Syrien, Eritrea und dem Irak eingetroffen. Zwei weitere Eriträer wurden noch im Nordring untergebracht. „Wir konnten alle 124 Menschen aus der letzten Regelzuweisung des Landes über den Landkreis verteilen, die uns für Donnerstag angekündigt wurden“, sagte Kreispressessprecher Frank Horneff auf Anfrage. Neben den erwähnten Personen leben 22 Schutzsuchende seit Donnerstag in einer Halle am Sportplatz in Braunshardt. Weitere Zuweisungen erfolgten nach Griesheim und Pfungstadt. „Dort konnte der Kreis ein Haus mit Flüchtlingen belegen“, so Horneff. Zuweisungen gab es außerdem nach Alsbach-Hähnlein, Groß-Bieberau und Groß-Umstadt. Damit sind derzeit rund 2 500 Flüchtlinge als Regelzuweisungen im Landkreis untergebracht.

Fluchterfahrungen von Prominenten und Künstlern

Über die anstehenden Feiertage werden keine neuen Flüchtlinge im Landkreis ankommen. „Mit wöchentlichen Regelzuweisungen ist dann wieder ab der ersten Januar-Woche zu rechnen“, heißt es in der Kreispressestelle. Das größte Aufnahme-Soll haben weiterhin Weiterstadt und Pfungstadt. Auch für die Notunterkünfte, die der Landkreis auf Weisung des Landes in Weiterstadt und Seeheim-Jugenheim betreibt, ist über die anstehenden Weihnachtsfeiertage nicht mit Zuweisungen zu rechnen. „Das hat das Land Hessen bereits am Dienstag zugesichert“, so Horneff. In Weiterstadt waren am Mittwoch 243 Menschen und in der Notunterkunft in Seeheim-Jugenheim 152 Menschen untergebracht.

guf/ eha

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