Grüne beantragen, zehn Prozent der Wohnungen im „Schlädchen“ bereitzustellen

Sozialen Wohnungsbau fördern

+
Auf dem Weg zu einer Lösung? Auf diesem Grundstück in innerörtlicher Lage - links die Schule im Angelgarten, rechts die Wohnblöcke, im Hintergrund das Feuerwehrhaus - könnte ein Containerdorf für die Unterbringung von Flüchtlingen entstehen.

Groß-Zimmern - Lang und ausführlich wurde am Montag im Planungsausschuss über die Bauvorhaben diskutiert. Um die anwesenden Planer nicht über Gebühr zu strapazieren, wurden die Tagesordnungspunkte vorgezogen, bei denen Erläuterungen gefragt waren. Von Gudrun Fritsch 

Vor der Diskussion und Beschlussfassung zum Bebauungsplan „Hinter dem Schlädchen“ verließen Peter Eickhoff, Marianne Streicher-Eickhoff und Bürgermeister Achim Grimm den Saal. Allerdings nicht „zum Skatspielen“, wie der Erste Beigeordnete Hans Wichmann scherzhaft einwarf, sondern wegen eventueller Befangenheit.

Beim Marathon durch die Beschlüsse und dem abschließenden Satzungsbeschluss befürworteten die Politiker einstimmig alle Vorschläge. Ebenso wurden auch die Beschlüsse zur Änderung des Flächennutzungsplans für den Bebauungsplan an der „Waldstraße 80“ gefasst.

Diskussionen um "Sondergebiet Reitsport und Landhotel"

Vorbei war diese Harmonie jedoch, als es um das „Sondergebiet Reitsport und Landhotel“ an der Darmstädter Straße ging. Kein einziger der über 20 Beschlüsse wurde hier ohne intensive Diskussion gefasst. Fachmann Peter Eickhoff (Bündnis 90/Grüne) hatte sich nicht nur extrem gut vorbereitet, sondern bei den meisten seiner Einwände gab es tatsächlich Fehler oder Unklarheiten. Nach Erläuterungen oder textlichen Veränderungen stimmten die Ausschussmitglieder von CDU und SPD jedoch allen Vorschlägen zu, Eickhoff war dagegen oder enthielt sich. „Ich habe damit ein prinzipielles Problem“, begründete er seine Haltung und den Zwiespalt, doch eigentlich gar nicht zum Gelingen dieses Unterfanges beitragen zu wollen. Ein Dilemma auch für den Ausschussvorsitzenden Jost Scharna (CDU). Der hatte es im ständigen Dialog mit Eickhoff auf der einen Seite mit etwas genervten Teilnehmern zu tun (wegen der zeitintensiven Genauigkeit), fand aber andererseits, dass die Kritik Eickhoffs wichtig wäre und forderte ihn auf, die Planung dennoch zu unterstützen. Zuletzt wurde auch hier grünes Licht gegeben, so dass die öffentliche Auslegung des Plans erfolgen kann - wenn die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Dienstag auch tatsächlich der Empfehlung des Fachausschusses folgen.

Containeranlage in der Angelgartenstraße

Die Vorschläge des Gemeindevorstands, zur Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen auf der 1 619 Quadratmeter großen Fläche in der Angelgartenstraße 65a eine Containeranlage zu errichten, wurden diskutiert. Das Grundstück im Eigentum des Bauvereins Darmstadt ist als Fläche im Gemeindebedarf „Schule“ ausgewiesen, für den Bereich besteht kein Bebauungsplan. Um hier tätig werden zu können, sollte möglichst am Dienstag eine Entscheidung getroffen werden, da in der Gemeinde bis zuletzt kein Wohnraum mehr für Flüchtlinge gefunden wurde, die nächsten Asylbewerber jedoch bald zugewiesen werden könnten. Einige Vorschläge und Fragen wurden diskutiert. Die Grünen beantragen, auch in Hinblick auf künftige Probleme, die Bereitstellung von Flächen für den sozialen Wohnungsbau im Baugebiet „Schlädchen“. Zehn Prozent der Wohnungen sollten hier als Sozialwohnungen errichtet werden, plädierte die Fraktionsvorsitzende Marianne Streicher-Eickhoff. Prinzipiell stimmten die Ausschussmitglieder dem zu, hinterfragten jedoch, warum man sich auf das „Schlädchen“ beschränken und die Forderung nicht insgesamt ausweiten soll.

Kommentare