Grundschüler beim Mini-Mathematikum

Spiegelbilder im Spiegel

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Drei Jungen stehen fasziniert in einer Haut aus Seifenblasen.

Groß-Umstadt/Groß-Zimmern - Im „Forum-S“ der Hauptstelle der Sparkasse Dieburg in Groß-Umstadt tobt am Montagmorgen das Leben. Zwei erste Klassen der Friedensschule sind aus gutem Grund zu Besuch. Von Ulrike Bernauer

Die Kinder wollen zwar nichts über Zahlungsverkehr lernen, dafür aber das Mini- Mathematikum besuchen. Das ist vom Mathematikum in Gießen ausgeliehen worden und verschafft nun Grundschülern und Kindergartenkindern Einblicke in die Welt der Mathematik und der Physik. Zahlreiche Spiele sind aufgebaut, es geht um Zahlen, um räumliches Vorstellungsvermögen, um Geometrie und physikalische Grundzüge. Vermittelt wird das alles spielerisch und die Kinder der Klassen 1a und 1c merken kaum, dass sie hier auch eine Menge lernen. Am Beginn der guten Stunde, die die Grundschüler im Mathematikum verbringen, herrscht hektisches Gerenne. Jedes Kind will an jedem Spiel einmal gewesen sein. Aber mit der Zeit wird es ruhiger, wenn alle Schüler sich einen Überblick verschafft haben und nach und nach die Spiele ausprobieren.

Viel umlagert ist das Seifenblasenspiel. Dabei stehen die Kinder in einem Wasserkreis mit viel Seifenschaum, in dem ein Ring liegt. Ziehen die Grundschüler diesen mit einer gewissen Geschwindigkeit hoch, so bildet sich um sie herum eine Seifenwassenwand, was nicht nur diejenigen in der Seifenblase begeistert, sondern auch die Zuschauer davor. Nötig ist deshalb auch immer ein Erwachsener an dieser Station, damit jeder einmal dran kommt. Simon (7) findet „das „Seifenblasending am schönsten“, auch wenn er sich gerade mit dem Brückenbau aus vorgefertigten Elementen beschäftigt. „Da drüben ist mir die Schlange zu lang. Ich warte lieber, bis nicht mehr so viele anstehen.“

Lukas (7) hat ein anderes Kunststück fertiggebracht. Er hat die Umrisse eines Fisches nachgezeichnet, eine Übung, die auch viele Erwachsene als große Herausforderung empfinden. Den Fisch sieht man nämlich nur über einen Spiegel, man muss also seitenverkehrt zeichnen. Am meisten Spaß hat Lukas jedoch die Kugelbahn gemacht, mit der man ausprobieren kann, ob die Kugel in der geraden oder die in der geschwungenen Bahn zuerst am Ziel ankommt.

Auch Alexandra Hesse und Sandra Graf, die Lehrerinnen der Klassen, die heute mit weiteren Betreuern die Kinder begleiten, sind von dem Mini-Mathematikum begeistert. „Ich bin das erste Mal hier und finde das super“, sagt Hesse. „Hier findet jedes der Kinder etwas, was es begeistert. Niemand steht herum und langweilt sich.“

Mit dem aktuellen Schulstoff hat das Mini-Mathematikum nicht direkt etwas zu tun. Lediglich am Zahlentisch können die Grundschüler ihre neu gelernten Kenntnisse unter Beweis stellen. Dort sind Gegenstände ausgestellt und für den Betrachter ist schnell klar, dass die Spinne der Zahl acht zugeordnet werden muss, schließlich hat sie acht Beine, und Schneewittchen ist bei den sieben Zwergen untergekommen.

Einige Mädchen sind ganz begeistert vom Spiegelhaus. Das besteht aus einem Dreieck, das innen nur aus Spiegeln gebildet ist. Wenn die Kinder in das Häuschen klettern, sehen sie sich nicht nur ein- oder zweifach, sondern vielfach. Angeregt wird an einer anderen Station auch der Tastsinn. Unter einem Tisch sind verschiedene Gegenstände befestigt: eine Spülbürste, eine Schöpfkelle oder ein Nudelholz. Auf dem Tisch müssen dann Fotos der Gegenstände räumlich passend zugeordnet werden.

Finja (7) macht einfach alles im Mini-Mathematikum Spaß. Am schönsten findet sie allerdings die Riesen-Seifenblase. Sie hat sich alleine und dann mit einer Freundin hinein gestellt. Für Mia (6) ist ebenfalls die Seifenblase „der absolute Renner“. Julie (7) kann sich nicht so recht entscheiden, ob nun die große Blase oder das Spiegelhäuschen am schönsten ist. Toll hier finden es nicht nur die vier Mädchen, sondern alle Kinder, denn auch nach einer Stunde sind sie noch voller Konzentration und mit Rieseneifer bei der Sache.

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