Treffen der Vereine

Sport-Coach für Flüchtlinge gesucht

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Nachdem die Kommunalpolitiker bisher noch nicht entschieden haben, wo die kommenden Flüchtlinge untergebracht werden sollen, hilft ein privater Anbieter aus der Not. Das Haus in der Röntgenstraße, einst der Kinderladen „Kinderfrei(t)räume, wird für 50 Asylberwerber umgebaut.

Groß-Zimmern - Seit einigen Jahren lädt die Verwaltung Vertreter der örtlichen Vereine regelmäßig zu Infoabenden und zum Dialog ein. Ein Thema des jüngsten Treffens war der Einsatz eines „Sport-Coachs“ für über 100 Flüchtlinge im Ort. Von Klaus Holdefehr 

Nach einem Referat von Rettungsassistent Mark Czerny über Erste Hilfe im Verein, erläuterte Hans Peter Wejwoda vom Sport- und Kulturamt den rund 30 Vereinsvertretern die Rahmenbedingungen einer Förderung, deren Volumen von 5 000 bis 25.000 Euro pro Jahr reicht. Die gibt es, wenn es im Ort eine Gemeinschaftsunterkunft mit 40 und mehr Plätzen gibt. „Haben wir“, stellte Wejwoda unter Verweis auf das alte „Georgi’s“ in der Bahnhofstraße fest.

Er erläuterte auch die Grundgedanken, dass sportliche Betätigung dem „Lagerkoller“ bei den oft zu Untätigkeit gezwungenen Schutzsuchenden vorbeugt und zugleich eine Brücke der Integration schafft. „Es ist ein Weg, wie Migranten das deutsche Vereinswesen kennen lernen können, das es so bei ihnen zumeist nicht gibt“, so Bürgermeister Achim Grimm. Dass sich aus der sportlichen Betätigung in Gemeinschaft auch integrative Sozialkontakte entwickeln, wurde ebenfalls festgehalten. Dann wurde die Funktion eines solchen „Coachs“ näher eingegrenzt.

„Koordinator“ fiel als zentrales Stichwort. Der soll auf der einen Seite einen Überblick haben über die Angebote der Sport treibenden Vereine und deren Bereitschaft, Migranten aufzunehmen, andererseits gut vernetzt sein mit den Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Asyl und deren Arbeit mit Flüchtlingen. Noch wurde niemand vorgeschlagen, sondern vereinbart, die Resonanz auf das Bekanntwerden des Angebots in der Öffentlichkeit abzuwarten. Versicherungsrechtliche Fragen hinsichtlich der sportlichen Betätigung von Flüchtlingen im Verein wurden aufgeworfen und konnten schnell geklärt werden. Im Zweifelsfall steht die Unfallkasse des Landes Hessen und der hessischen Kommunen dahinter.

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Keinen Konsens gab es in der Versammlung zu der Frage, ob Flüchtlinge in Sportvereinen zu Beiträgen herangezogen werden sollen oder nicht. Einige Vereinsvertreter verwiesen darauf, dass ohnehin zu bestimmten Zeiten trainiert oder gespielt werde und zwei, drei zusätzliche Mitmacher da nicht ins Gewicht fielen, während andere vor der sozialen Gerechtigkeitslücke warnten, wenn man Migranten kostenfrei stelle, von armen deutschen Staatsbürgern hingegen Beiträge einfordere. Als mögliche Lösung wurden „freiwillige“ Arbeitseinsätze an Stelle eines festen Beitrags vorgeschlagen.

Nicht zu klären war auch, warum das Angebot auf Sport treibende Vereine beschränkt ist. Gerhard Kuhr von der Katholischen Kirchenmusik Klein-Zimmern wusste jedenfalls zu berichten, dass drei Flüchtlingskinder in seinem Verein Instrumente erlernen, es dafür aber von keiner Seite eine Förderung gebe.

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