999 Pferde und 317 Reiter

Erst springen, dann feiern

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84 Reiter sattelten für das schwere S*-Springen am Samstag Nachmittag - ein weiterer Beleg für Qualität und Konkurrenzdruck beim diesjährigen Hallenturnier in Groß-Zimmern. 

Groß-Zimmern - „Der steht nicht auf der Bremse!“, atemlos verfolgten Zuschauer des S* Springens, wie Gretel van de Bokke unter Frank Plock (RFV Borken) durch den Parcours preschte. Fehlerfrei. Das schwere Springen war ein sportlicher Höhepunkt des Turniersamstags in der großen Halle des Reit- und Fahrvereins. Von Ursula Friedrich 

Begeisterung für Springsport herrschte bereits bei den kleinsten Besuchern. Nur Welpe Emma schlummerte auf dem Arm des Frauchens ein, während Klein-Emily beim S-Springen mitfieberte.

Nur beim anschließenden Mächtigkeitsspringen sollte es noch höher hinausgehen. Namen, wie Angelina Herröder, Frank Plock oder David Will entlockten Nachwuchsreitern ehrfurchtsvolle Blicke. In Groß-Zimmern ritten auch diesmal Erfolgsreiter des deutschen Springsports mit. Entsprechend war der Konkurrenzdruck. Allein für die S-Prüfung hatten sich 84 Teilnehmer gemeldet. Insgesamt gingen an vier Tagen 999 Pferde unter 317 Reitern an den Start.

Um dieser Masse an zwei- und vierbeinigen Sportlern gute Wettkampfbedingungen zu bieten, hatte sich der Verein die Messlatte ebenfalls ganz hoch gelegt. 1 520 Starts wurden an vier Tagen gemanagt.

„Wir haben diesmal viele Profis dabei, für die müssen die Bedingungen einfach passen“, resümierte Jörg Laux, der neben Petra Krauß die Turnierleitung hatte - und bester Laune war. Mit Wallach Carlo hatte er den Sieg im M-Springen nach Groß-Zimmern geholt. Gut zehn Vereinsreiter waren in dem Hallenspringturnier diesmal mit von Partie.

Das schwere, überregionale Sportereignis zog zahlreiche Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet an. Sehr gute Bodenverhältnisse, die verkehrsgünstige Anbindung der Reitanlage, gute Organisation und natürlich die üppige Turnierküche, all dies spricht dafür, die Teilnahme in Groß-Zimmern zu melden.

In der kleinen Reithalle hatten die Veranstalter den Hallenboden in Eigenarbeit saniert - auch dies eine Investition, die sich bereits auszahlte.

Seit einigen Monaten hat sich der Verein verändert, der zuvor fast ausschließlich Privatreitern mit eigenem Pferd Sportmöglichkeiten bot. „Marion Goos bietet Reitunterricht auf Schulpferden“, erklärte Jörg Laux - 60 neue Mitglieder ist die Konsequenz dieses Angebots. „Viele Besucher unseres Turniers haben Lust bekommen, selbst zu reiten“, so Laux - nun ist auch das möglich. Im Parcours hatte inzwischen eine Amazone dem Team Gretel/Plock die Führung abgeknöpft. Darline Eisenmenger (RFV Niederzeuzheim), erfolgreicher Spross einer Reiterfamilie, hatte For Leonie gesattelt und bewältigte den Parcours in atemberaubendem Tempo. Die tollkühne, junge Frau ging auch im anschließenden Mächtigkeitsspringen mit zwei Pferden an den Start und schaffte es bis in die Endrunde. Den Sieg bei diesem populären Spektakel mit elf Teilnehmers trug Niels von Hirschheydt davon, der mit seinem Ross eine zwei Meter hohe Mauer übersprang.

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Nahtlos ging es dann zum gesellschaftlichen Höhepunkt des Hallenturniers über: der Reiterparty. Hier mussten die jüngeren Aktiven des Vereins hinter den Tresen, denn bei der legendären Party stellt das Reitervölkchen meist seine Kondition in einer weiteren Disziplin unter Beweis: Feiern bis in die Puppen.

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