Waldschule auf Spurensuche

Wer war denn da unterwegs?

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Spurensuche: Ein abgenagter Tannenzapfen aus der Spurendose: Daran könnten sich eine Maus, ein Specht oder ein Eichhörnchen satt gefressen haben.

Groß-Zimmern - Reh, Maus oder Eichhörnchen: Bei der Spurensuche mit der Waldschule werden die großen und kleinen Teilnehmer jedes Jahr fündig. Am Sonntag hatte die Suche Dank des frischgefallenen Schnees zusätzlich eine ganz besondere Atmosphäre. Von Julia Glaser 

„Ich führe euch in den dunklen, dunklen Wald und ihr müsst anhand der Spuren wieder zurückfinden“, scherzt Claudia Wiedling vom Förderverein Waldschule gegenüber der Gruppe bevor es losgeht. Sie und Dr. Lothar Jacob, ebenfalls vom Förderverein, waren bereits am Vortag im Forst unterwegs und hatten sich nach konkreten Spuren umgesehen. „Durch den Schnee hat sich das jetzt alles verändert“, erzählt Jacob.

Schlimm ist das aber nicht, weil viele neue Abdrücke im frischen Schnee deutlich zu sehen sind. Beim Gang durch den Wald halten die Spurensucher gemeinsam Ausschau nach Hinweisen auf Tiere. „Wenn man mit offenen Augen durch den Wald geht, kann man viel sehen. Spinnenweben, Schneckenhäuser oder auch angenagte Tannenzapfen“,beschreibt Wiedling.

Was genau überhaupt als Spur bezeichnet wird, erfahren die Teilnehmer beim ersten Stopp auf ihrem Spaziergang durch den Wald.

Trittsiegel und Knabberspuren

„Ein einzelner Abdruck ist noch keine Spur, sondern ein Trittsiegel“, erklärt Jacob. Mehrere hintereinander angeordnete Trittsiegel heißen beim Schalen- oder Schwarzwild (etwa Hirsch, Reh oder Wildschwein) Fährte. Von einer Sur redet man bei Hasen, Eichhörnchen oder Raubwild, dazu gehören Fuchs oder Marder. Danach packt Wiedling ihre „Spurendose“ aus, in der sie Tierspuren gesammelt hat. Jeder Teilnehmer nimmt die Hände hinter den Rücken und erhält eine Spur, um zu ertasten, um was es sich dabei handelt.

Mit dabei ist ein angenagter Tannenzapfen, ein Gipsabdruck eines Rehtrittsiegels, Haselnüsse mit Knabberspuren oder ein Vogelknochen. „Wisst ihr wieso der Knochen hohl ist? Was müssen Vögel können“, fragt Wiedling. „Fliegen“, kommt schnell die Antwort aus der Runde – und dafür muss der Vogel eben möglichst leicht sein.

Fährten zum Mitnehmen

Auf dem Rundgang durch den Wald erfährt die Gruppe noch viel Interessantes rund um die Spuren der Tiere im Wald und was diese dem aufmerksamen Sucher verraten. Danach geht es noch einmal zurück in die Waldschule, wo die Teilnehmer mit den Spurenstempeln Abdrücke in Ton machen können. Die Abdrücke werden mit Gips ausgegossen, damit jeder noch eine Erinnerung mit nach Hause nehmen kann.

Wer sich über die Aktionen der Waldschule informieren will, findet auf der Internetseite www.waldschule-gross-zimmern.de das Jahresprogramm 2015.

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