Treffen der Gewerbetreibenden bei Kohlpaintners

Termin mit informativem Matratzengeflüster

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Herzlich begrüßte Bürgermeister Achim Grimm (CDU, rechts) die Besucher des ersten Gewerbe-„Dialog 2.0“ in Kohlpaintners Matratzenhaus an der Waldstraße.

Groß-Zimmern - Gewerbedialog 2. 0. Solche Begriffe sind derzeit en vogue, man denke beispielsweise an Industrie 4. 0. Letzterer Begriff bezeichnet eine neuerliche industrielle Revolution. Von Klaus Holdefehr 

So revolutionär ging es jetzt bei einem Treffen Groß-Zimmerner Gewerbetreibender im Matratzenhaus Kohlpaintner nicht zu. Vorangegangen ist eine Klausurtagung des Allzweckvereins „Bel(i)ebt Groß-Zimmern“, auf der festgestellt wurde, dass man im Rahmen der Aktivitäten zur Steigerung der Attraktivität Groß-Zimmerns eben auch den Dialog mit den Gewerbetreibenden suchen müsse – so Vereinssprecher Hans Peter Wejwoda. Er verwies bei dieser Gelegenheit auch darauf, dass es im Ort keinen Gewerbeverein mehr gebe und dass man ein anderes Forum benötige, um sich beispielsweise über ein Update für die betagte Weihnachtbeleuchtung zu unterhalten. Mit großem Erstaunen, ja mit gewisser Heiterkeit nahmen die etwa 30 Besucher die Aussage von Bürgermeister Achim Grimm (CDU) auf, dass es in Zimmern rund 1 000 Gewerbeanmeldungen gebe. Auch der Bürgermeister relativierte: „Betrachtet man die Gewerbesteuer, reduziert sich diese Zahl drastisch.“ Aber der Blick in diese Richtung zeige „seit zwei bis drei Jahren“ auch auf, „dass die Wirtschaft gut läuft“.

Auf jeden Fall sei es aber geboten, dass Politik und Wirtschaft wieder stärker in einen Dialog treten – eben diesen Gewerbedialog 2.0. Dies sei so gedacht, dass man sich in unregelmäßigen, aber nicht zu großen Abständen jeweils bei einem örtlichen Unternehmen treffen werde, das dabei auch die Gelegenheit habe, sich vorzustellen. Das taten Kohlpaintners dann auch, und so hörten die Besucher viel über Qualitätsmatratzen, persönliche Beratung und den jüngsten Umbau.

Das Konzept ist nicht ganz neu, heißt im benachbarten Dieburg „UnternehmerTreff“ und funktioniert dort ganz gut. Warum also nicht ein Erfolgsrezept übernehmen? Dazu gehört, dass der Bürgermeister auch einige allgemeine Informationen gibt. Das tat Bürgermeister Grimm nun auch, indem er auf das Auslaufen des Förderprogramms Soziale Stadt hinwies und verkündete, dass sich die Gemeinde bereits um einen Anschluss in einem anderen Städtebau-Förderprogramm beworben habe.

Das genauer auszuführen, blieb Tom Hicking vorbehalten, der auch Koordinator für das Programm Soziale Stadt ist und die Bewerbung für „Umbaustadt“ bereits geschrieben hat. Zwischenzeitlich habe man sich auch um eine Teilnahme an „Inge+“ bemüht, ein Programm, bei dem es vor allem um Leerstände in Ortszentren geht, womit Zimmern ja auch zu kämpfen habe, sei aber mit der Bewerbung nicht erfolgreich gewesen. Vorteil von Umbaustadt: Fördermittel können für das gesamte Ortsgebiet eingesetzt werden – zum Beispiel, um eine Initiative für die energetische Sanierung der Siedlerhäuser im Ortsteil Schlackenhausen anzuschieben und finanziell zu unterfüttern, so Hicking. 15 Millionen Euro habe man für den Anfang beantragt.

Es sei nicht leicht, in das Programm zu kommen, führte Bürgermeister Grimm aus. Hessenweit würden nur 15 bis 20 Kommunen aufgenommen, 50 Bewerbungen lägen vor. Auch „Umbaustadt“ habe – wie die Soziale Stadt – einen Förderzeitraum von zehn Jahren. Die Entscheidung über die mögliche Aufnahme soll im Herbst getroffen werden.

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