Thomas Frank hat neues Aufgabengebiet

Als Hilfspolizist in Zimmern

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Seit Jahresanfang ist Thomas Frank im Einsatz.

Gross-Zimmern - Das klassische Knöllchen als hellblaues Zettelchen an der Windschutzscheibe ist Vergangenheit. Auf seinem Smartphone hat Thomas Frank ein Programm (Neudeutsch: App), das dem neuen Hilfspolizeibeamten die Schreiberei abnimmt. Von Ursula Friedrich

Die Überwachung des ruhenden Verkehrs ist Teil seines Aufgabenbereichs. Hier, vor der Post, nehmen es Kunden häufig nicht so genau mit den Verkehrsregeln. Parken auf dem Gehweg direkt vor dem Briefkasten vereitelt das Durchkommen für Passanten, insbesondere für Mütter mit Kinderwagen oder Menschen mit Rollatoren. Auch zugeparkte Feuerwehreinfahrten, verkehrsgefährdendes Verhalten beim „Zulieferverkehr“ vor Kindergärten und Schulen sind besonders schwerwiegend.

Frank füllt seine neue Tätigkeit aus. Er tritt für Recht, Ordnung und Sicherheit der Bevölkerung ein. Obwohl inzwischen in Klein-Umstadt heimisch, kennt er Zimmern wie seine Westentasche. „Ich bin gebürtiger Zimmerner“, erzählt er. Hier ist er zuletzt über neun Jahre im freiwilligen Polizeidienst unterwegs gewesen. Als die Stelle zum Ordnungspolizeibeamten frei wurde, bewarb er sich. Mit Erfolg. Nach 258 Unterrichtseinheiten, die sich über sieben Wochen erstreckten, bestand er beim Hessischen Verwaltungsschulverband (HSVS) Ende 2015 seine Ausbildung. „80 Prozent meiner Arbeitszeit verbringe ich im Freien“, erzählt der neue Ordnungspolizeibeamte, umgangssprachlich „Hipo“. Sein offizieller Titel ist irreführend, denn verbeamtet ist er nicht.

Schulwegesicherung, Baustellenkontrolle und Absicherung bei Veranstaltungen im öffentlichen Straßenraum (Kerb-,Martinsumzüge), das Umsetzen von Gemeindesatzungen (zum Beispiel die Leinenpflicht für Hunde, Straßenreinigung, Räumpflicht bei Schnee), Abschleppmaßnahmen, Fahrradkontrollen und vieles mehr gehören zu seinem Aufgabenbereich. Manchmal geht es einfach darum, einem gehbehinderten Menschen über die Straße zu helfen oder für die Sorgen der Bevölkerung ein offenes Ohr zu haben. Frank mag seine Arbeit: „Es ist eine schöne Atmosphäre, die Leute sind freundlich.“ Dass er einst Großhandelskaufmann gelernt hat, kommt ihm zugute, wenn er doch einmal im Büro arbeitet. Dass er in diesem Jahr wieder auf die Schulbank muss, ist schon abgemacht. Thomas Frank möchte auf seiner Ausbildung aufbauen und weitere Module hinzufügen. Als erstes steht ein Qualifikationslehrgang an, der die Auswertung der Radarmessungen zum Inhalt hat.

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