Tinte unter dem Vertrag ist nun trocken

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Im Beisein von Mediator Hans-Dieter Karl (l.) unterzeichneten Marc Faig (Tennisclub, Mitte) und Olaf Nimmerfroh (Athletenverein) den neuen Pachtvertrag.

Groß-Zimmern - Nach äußerst langwierigen und schwierigen Verhandlungen haben der Athletenverein „Vorwärts“ (AV) Groß-Zimmern sowie der Tennisclub (TC) ihre Meinungsverschiedenheiten am Sonntag offiziell beigelegt: Von Jens Dörr 

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der AV-Gaststätte unterzeichneten mit Olaf Nimmerfroh (AV) und Marc Faig (TC) die beiden Vereinsvorsitzenden den neuen Pachtvertrag. Er sichert den Athleten einerseits Einnahmen für die kommenden 25 Jahre, und garantiert den Tennisspieler andererseits für das kommende Vierteljahrhundert den Verbleib am jetzigen Standort. Auf dem Gelände des Athletenvereins in der Johannes-Ohl-Straße ist auch der Tennisclub seit vielen Jahren zuhause. Vor rund zwei Jahren nahmen die Vereine erste Gespräche auf, unter welchen Voraussetzungen der bis 2017 gültige Pachtvertrag verlängert werden könnte.

Schnell wurde deutlich, dass es sich keineswegs um eine Formsache handeln würde: Mit Blick auf geplante infrastrukturelle Investitionen - unter anderem in den Sanitärbereich - peilte der Tennisclub einen möglichst langfristigen neuen Vertrag mit einer Laufzeit von 25 Jahren an. Die Athleten wiederum wollten sich - mit Blick auf einen möglichen Eigenbedarf für diese Fläche in fernerer Zukunft - zunächst maximal auf 15 Jahre festlegen. Zudem wollte der AV-Vorstand keine unverrückbaren Fakten schaffen, die späteren Vorständen auf lange Sicht den Handlungsspielraum bei der Entwicklung des Areals nehmen könnten.

Weiterer Knackpunkt in den Gesprächen war der Wunsch der Athleten nach einer deutlichen Erhöhung der Pacht, die sich fast verdoppeln sollte. Nach Ansicht des Grundstückseigentümers wäre dies noch immer moderat und vom Tennisclub problemlos zu stemmen gewesen. Die Fronten in den zähen Verhandlungen verhärteten sich, so dass sich die beiden Vereine Ende 2013 auf die Vermittlung durch einen Mediator einließen. Hans-Dieter Karl, der Ex-Bürgermeister von Erzhausen und aktiv für den Sportkreis, leitete fortan die Verhandlungen.

Zwar stieg er aus ihnen vor einigen Monaten vorzeitig aus, weil er die Gespräche in einer Sackgasse sah. Was folgte, war letztlich aber doch die Einigung der beiden Vereine, für die Olaf Nimmerfroh am Sonntag auch die Vorarbeiten Karls als wichtig bewertete. „Er hat noch einmal Sichtweisen eingebracht, die wir sonst nicht berücksichtigt hätten“, sprach Nimmerfroh für die Athleten. Die nun vereinbarte und unterzeichnete Laufzeit des Pachtverhältnisses von 25 Jahren sei „sein Verdienst“.

Der neue Vertrag sieht außerdem eine nennenswerte Erhöhung der bisherigen Pacht vor, womit sich auch der Tennisclub auf eine wichtige Forderung des Gegenübers einließ. Nimmerfroh fasste das Resultat wie folgt zusammen: „Im Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Der Tennisclub hilft uns, in einer finanziell nicht ganz leichten Situation, die Zukunft besser zu bewerkstelligen. Und der Tennisclub kann hier 25 Jahre lang weiter Tennis spielen.“ Faig sagte: „Wir freuen uns sehr, dass wir unser ewiges Zuhause auch weiter nutzen dürfen.“

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