Wanderung durch das Messeler Hügelland am Tag der Einheit

Trockener Tümpel an der Kümmelwiese

Zu einer Führung durch das Messeler Hügelland lud die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald am Tag der Deutschen Einheit ein.  (c)Foto: Bernauer

Groß-Zimmern - Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Darmstadt (SDW) hatte am Tag der Deutschen Einheit zur Wanderung durch das Messeler Hügelland eingeladen. Von Ulrike Bernauer

Groß-Zimmerns Förster Martin Starke, der etliche Maßnahmen in seinem Revier durchgeführt hat und somit bester Kenner der Materie ist, führte die Interessenten durch das Gebiet.

Zunächst veranschaulichte Starke in der Waldschule anhand von Karten die durchgeführten Maßnahmen. Einführend zählte er konkrete Maßnahmen auf. „Vier Hirschkäferwiegen haben wir angelegt, um vor allem auch die Waldpädagogik mit einzubeziehen, weil wir die Naturverbundenheit auch an die nächste Generation weitergeben wollen. Bruchsteinhaufen dienen wärmeliebenden Arten, um sich hier nieder zu lassen.“

Durch die Karte wurde ein Mitwanderer auch auf das Muna-Gelände bei Münster aufmerksam. Das sei noch immer Sperrgebiet, das er noch nie betreten habe, so Starke, allerdings könne man davon ausgehen, dass dieses abgeschottete Gebiet auch Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen  sei,  genauso wie die Grenzstreifen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Auf das Gebiet zwischen Kranichstein und Messel machte Dr. Arnulf Rosenstock, stellvertretender Vorsitzender der SDW aufmerksam, hier habe man 180 bedrohte Pflanzenarten gefunden. Durch seinen unterschiedlichen geologischen Aufbau biete das Kerngebiet des Messeler Hügellandes sehr unterschiedlichen Pflanzen und Tieren Lebensraum.

Station machte die Gruppe dann an der Hirschkäferwiege, aber auch an einem der neu angelegten Tümpel. Förster Starke stellte den Wald dann auch in einen größeren Zusammenhang und widmete sich dem Thema Nachhaltigkeit, das in der Forstwirtschaft seinen Ursprung hat.

„Wenn alle Menschen weltweit so leben wollten, wie wir, dann würde das nicht funktionieren. Wir sehen die Klimaveränderung. Muss es wirklich sein, dass ein Normalbürger mit einem 500-PS-Auto durch die Welt fährt?“. Der Förster setzt auf die Jugend, die in vielem schon weiter sei. Pessimistisch will Starke die Entwicklung dennoch nicht sehen, man könne auch im Kleinen etwas ändern.

Lukas Spiel und Johannes Erben gehören zu der Jugend, auf die der Förster seien Hoffnung setzt. Die beiden befinden sich gerade in der Ausbildung zum Förster und sind zurzeit im Zimmerner Revier und damit im Messeler Hügelland eingesetzt.

„Ich finde es schön und interessant zu sehen, wie Martin Starke die Thematik den Menschen nahe bringt, 14 Tage habe ich jetzt hier im Revier gearbeitet“, sagte Spiel. Erben bleibt ein wenig länger, von September bis November geht er dem Förster zur Hand, danach verbringt er die zweite Hälfte seines Praxissemesters in einem Revier in Bayern. Beide Forstamtskandidaten sind im 5. Semester und nach wie vor überzeugt von ihrer Berufswahl.

An der aufgeforsteten Kümmelswiese machte Starke ebenfalls Station und zeigte auf den fast trocken gefallenen Tümpel, der dort angelegt wurde.

Der Förster ging auf den Witterungsverlauf des Jahres 2015, ein extrem trockenes Jahr, ein. „Der Teich ist schon im Juli trocken gefallen, das war ein wenig zu früh, das hat auch den Amphibien, deren Ansiedlung uns am Herzen liegt, geschadet. Wenn das erst im August passiert, dann schädigt es die Fischbrut, die wir hier eh nicht haben wollen.“

Wichtig sei auch die Vernetzung der Teiche, nicht nur für die Frösche, Lurche und Kröten, sondern auch für die Vögel. Über die Jahre müsse man sehen, wie man die 45 Teiche pflege, die in den letzten Jahren angelegt worden sind. Künftig will der Förster seine Energie stärker in die Erhaltung der Maßnahmen stecken. Manche Teiche seien schon stark von Erlen umwachsen, hier sei ein Rückschnitt besonders auf der Südseite, um eine Erwärmung des Gewässers vor allen Dingen im Frühjahr zu gewährleisten, nötig.

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