Herztag des Landkreises

Übergewicht gilt als großer Risikofaktor

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Die Herzsportgruppe des TV Groß-Zimmern zeigt den Besuchern des Herztages des Landkreises einige Bewegungsabläufe und ermuntert zum Mitmachen. 

Groß-Zimmern - „Herz in Gefahr“ war das Motto des Herztages des Landkreises Darmstadt-Dieburg, der am Montagabend in der Mehrzweckhalle in Groß-Zimmern stattfand. Bereits zum 11. Mal gab es diesen Informationsabend im Landkreis. Von Ulrike Bernauer 

Uwe Bülter begrüßte als der ehrenamtliche Beauftragte der Deutschen Herzstiftung das Publikum und auch die Referenten. Landrat Klaus Peter Schellhaas dankte als Schirmherr Bülter für sein langjähriges, großes Engagement, „er ist sozusagen das Gesicht der Deutschen Herzstiftung im Landkreis“.

Der Landrat bekannte sich zur Verantwortung des Landkreises für die Gesundheit seiner Bürger, durch die Um- und Neustrukturierung an den Kreiskliniken seien die Bürger gerade bei Herzerkrankungen in einem Grad versorgt, den es früher nicht gegeben habe. Schellhaas forderte die Zuhörer auf, sich regelmäßig untersuchen zu lassen, gerade seine Geschlechtsgenossen scheuten oft den Weg zum Arzt. Groß-Zimmerns Bürgermeister Achim Grimm bekannte, dass sein Herz für Zimmern schlage, bewunderte aber zudem Bülters Energie, schließlich sei der Ehrenamtliche selbst von Herzerkrankungen betroffen. Drei ausgewiesene Herzspezialisten hatte Bülter als Referenten gewinnen können, der Oberarzt der Kardiologie am Kreisklinikum Groß-Umstadt, Dr. med. Frank Schneider, machte den Anfang bei den Vorträgen. Er referierte nicht nur darüber, wie man die Herzkranzgefäßerkrankung erkennen kann, sondern auch welche Risikofaktoren es für diese Erkrankung gibt.

Dazu gehören das Rauchen, eine ungesunde Ernährung, zu wenig körperliche Aktivität, zu hohes Körpergewicht, zu hoher Blutdruck, ein zu hoher Cholesterinwert und Diabetes. So mancher im Saal stöhnte auf, wenn er seine Risikofaktoren zusammen zählte.

Ungesättigte Fette und weniger Salz

Weber gab aber auch Tipps, wie man sich vorbeugend verhalten kann. Das fange bei der Ernährung an, statt gesättigter Fettsäuren, wie sie in fettem Fleisch, Käse, Butter oder Sahne enthalten sind, sollten ungesättigte Fettsäuren verwendet werden, wie sie sich beispielsweise in Fisch oder Pflanzenölen befinden. Auch der Salzkonsum solle auf täglich weniger als fünf Gramm beschränkt werden, was aber gar nicht so einfach sei. Schließlich befindet sich in vielen Fertiggerichten viel Salz, Wurst sei salzreich und auch unser Brot.

Mit einigen Vorurteilen räumte Weber auch auf. So sei Schokolade, in Maßen genossen, nicht schädlich, allerdings könne sie zu Übergewicht führen. Kaffee bewirke nach neuesten Untersuchungen „definitiv keinen negativen Effekt auf die Entstehung der Arteriosklerose“, also der Arterienverkalkung, die zu einem Herzinfarkt führen könne.

Der am häufigsten vorkommende Risikofaktor sei mittlerweile das Übergewicht in der westlichen Welt. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass im Jahr 2030 die Hälfte aller Frauen und zwei Drittel aller Männer Übergewicht haben werden. Bewegung in den Alltag einbauen, wie zum Beispiel Aufzüge oder Rolltreppen meiden, wirke nicht nur gegen Übergewicht, sondern auch gut auf das Herz. „Alle Ärzte der Welt können nicht so viel erreichen, wie Sie mit einer Lebensstiländerung“, beendete Dr. Weber seinen Vortrag.

Bewegung zeigte dann auch die Herzsportgruppe des TV Groß-Zimmern. Versteckt im Publikum hatten die meist älteren Sportler gesessen, nachdem sie aus ihren Pullovern geschlüpft waren, zeigten sie sich auf der Bühne einheitlich in weißen T-Shirts mit einer Applikation eines roten Herzens. Es dauerte ein wenig, bis die Zuschauer begriffen, dass sie sich an der Übung beteiligen sollten, das taten sie dann aber mit viel Spaß.

Was tun bei Verdacht auf Herzinfarkt?

Dr. med Christoph Liebenau, Funktionsoberarzt an der Kerckhoffklinik in Bad Nauheim, sprach über das Thema „Wie kann man die Herzkranzgefäßerkrankung erkennen?“. Der Privatdozent Dr. med. Michael Weber, Chefarzt der Kardiologie in Groß-Umstadt, gab Tipps zum richtigen Handeln bei Verdacht auf einen Herzinfarkt. Über viel Publikumsandrang konnten sich die Stände des DRK Groß-Zimmern, der Freiwilligen Feuerwehr von Zimmern und der Informationsstand der Deutschen Herzstiftung freuen. Bei letzterem deckten sich die Besucher mit Informationsmaterial ein, die Feuerwehr gab Informationen über die Voraus-Helfer und beim Roten Kreuz konnten sich die Besucher der Veranstaltung den Blutdruck messen lassen.

Uwe Bülter hingegen freute sich, für die Deutsche Herzstiftung von Sparkassendirektor Manfred Neßler eine Geldspende von 1 000 Euro in Empfang nehmen zu dürfen.

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