Kerbborschte 2015 singen:

Überragend, auch ohne Treppchen

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Die Siegermannschaft des blau-weißen Jahrgangs 1992/93.

Gross-Zimmern - Wer sprintet da so schnell durch Regen und Wind? Es sind die Kerbborschtejahrgänge – auf der Jagd nach dem Ball. Zehn Mannschaften trotzten am Samstag beim Fußballturnier Sturmböen und Regenschauern. Von Ursula Friedrich

Sturmtief Zeljko sorgte bei der lustig-sportlichen Veranstaltung auf dem Gemeindesportplatz für besondere Umstände. „Gestern haben wir entspannt alles aufgebaut“, sagte Kerbvadder Alexander Rühl vom Organisationsteam des Jahrgangs 1990/91, das Turnier zum zweiten Mal ausrichtete. Gegen 24 Uhr mussten die Veranstalter jedoch alles gleich wieder abbauen, sprichwörtlich in Windeseile. Das heftige Gewitter versuchte immer wieder, Zelte und Bierbänke mit sich zu reißen.

Die Idee, an Ort und Stelle im Schlafsack die Nacht zu verbringen, war damit vom Tisch. Am Samstag Vormittag boten gut 80 Akteure dem Wetter die Stirn. Auf dem Fußballrasen trugen jeweils sechsköpfige Teams das Gefecht um den riesigen Siegerpokal aus. Gestärkt von Weizenbier und Grillsteaks ging es ins Rennen, wobei die sportlichen Outfits durchaus kreativ gestaltet waren. Hier wurden Mützen getragen, dort keine Schuhe oder keine Oberbekleidung.

Der aktuelle Jahrgang 1995/96 musste gleich eine Schlappe einstecken, gegen den vorherigen rot-weißen Jahrgang 1994/95, den der Wettstreit besonders herausforderte. Bei der traditionellen Kerbübergabe am inoffiziellen Kerbfreitag, 28. August, dürfte den Neulingen so manche virtuose Prüfung bevorstehen.

Die schönste und anmutigste Spieltechnik hatte zweifelsfrei das Team Kerbvädder/Kerbmädchen, eine neue Formation, die später jedoch keinen Anspruch auf einen Podestplatz erhob. Eine Platzierung wäre schön gewesen, doch dank Partylaune und viel Musik punktet die Sportveranstaltung eben auch als pures „Gaudi-Event“. Und neuen Kerbborschte sangen philosophisch: „Die Letzten werden die Ersten sein!“. Der Sieg ging letztlich an den blau-weißen vom Jahrgang 1992/93.

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