Umweltministerin Hinz im Messeler Hügelland

Wildkatze lässt auf sich warten

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Im Planwagen durch das Messeler Hügelland. Von links: Dieburgs Forstamtleiter Helmut Seitel, Hessens Umweltministerin Priska Hinz, Thomas Fischbach und Wolfgang Heimer von der Unteren Naturschutzbehörde.

Gross-Zimmern - Erfolgreiche Projektarbeit: Im Messeler Hügelland haben sich viele seltene Arten angesiedelt. Nun ist auch die Förderung für die nächsten drei Jahre gesichert. Von Ulrike Bernauer 

Dass es im Planwagen staubt, tragen alle Insassen mit Fassung. Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) kann dem sogar noch etwas abgewinnen: „So gönne ich mir ein kostenloses Peeling.“ Neben Hinz sitzt der Umweltdezernent des Kreises, Christel Fleischmann (Grüne), daneben Dieburgs Forstamtsleiter Helmut Seitel und Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde mit ihrem Leiter Wolfgang Heimer.

Der Planwagen war am Freitagnachmittag eine stilvolle Angelegenheit, sich einen Eindruck vom Messeler Hügelland zu verschaffen. Dabei war der Staub nicht nur lästig, sondern verdeutlichte auch, dass es in der letzten Zeit sehr trocken war. Das sahen die Erkunder des Hügellandes dann auch an mehreren Stellen: Verschiedene Tümpel hatten Tiefstand oder waren ganz ausgetrocknet. „Der Erlenbruchwald liegt normalerweise in dieser Jahreszeit unter Wasser“, deutete Uwe Avemarie, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde, auf ein Stück Wald, in dem von Wasser keine Spur zu sehen war.

50.000 Euro Fördergeld

Vor der Planwagenfahrt hatte die Ministerin in der Waldschule, Ausgangspunkt der Exkursion, einen Förderbescheid für weitere drei Jahre überreicht. Mit 50.000 Euro wurde das Projekt Messeler Hügelland in den vergangenen Jahren unterstützt, weitere 50.000 Euro pro Jahr wird es nun auch für die nächsten 36 Monate geben. Hinz brachte neben dem Förderbescheid auch viel Lob mit. „Es wurde mit überschaubaren Mitteln großartige Arbeit geleistet. Artenreiche Wiesen und Weiden wurden gepflegt, zahlreiche Gewässer renaturiert, Tümpel und Biotope angelegt und seltene Baumarten gepflanzt. Dadurch wurde Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten neu geschaffen oder erhalten.“ Die Ministerin verwies besonders auf seltene und oft auch gefährdete Arten wie den Moorfrosch, den Ziegenmelker oder den Pillenfarn.

Die Wildkatze hingegen habe sich trotz vieler Bemühungen immer noch nicht nachweisen lassen, wie Fleischmann am Rande der Veranstaltung erklärte. Man werde die Suche aber noch nicht aufgeben, dafür aber in anderen Regionen Ausschau halten. Gedacht wird nun eher an das Waldgebiet bei Eppertshausen. Auch bei einem anderen Vorzeigetier hatten die Planwagenfahrer kein Glück: Groß-Zimmerns Förster Martin Starke zeigte die Hirschkäferwiege, wo sich dieser große, in seinem Bestand gefährdete Käfer hoffentlich gut entwickeln kann. Ein Exemplar davon zu sehen, ist allerdings eher Glücksache. Mehrere Jahre brauchen die Tiere, um sich vom Ei über Larve und Puppe zum Käfer zu entwickeln, ihre Lebenszeit ist dann mit drei bis sieben Wochen ausgesprochen kurz.

Die Natur wird näher gebracht

Förster Starke verwies noch auf einen weiteren Aspekt des Messeler Hügellandes: Durch die naturpädagogische Arbeit werden Kinder, Jugendliche und mitunter auch Erwachsene wieder mehr an die Natur herangeführt. Wenn Kinder mitbauen dürften, seien sie leicht zu begeistern, ganz nebenbei würden sie aber auch viel lernen. Auch Avemarie berichtete von seinen Erfahrungen bei Exkursionen mit Kindern.

„Am Anfang sind sie oft laut und überdreht, aber wenn man dann ihre Aufmerksamkeit hat, hören sie richtig zu. Wenn sie dabei dann auch noch selbst tätig werden können, umso besser.“ So sei es nur folgerichtig, dass nicht nur die Förderung für das Messeler Hügelland verlängert wurde. Die Ministerin hatte auch noch einen Förderbescheid über 4 880 Euro für die Waldschule dabei. „Damit sind die Waldferienspiele auch in diesem Jahr gesichert“, freute sich Naturpädagogin Claudia Wiedling.

Die Förster und die Umweltschützer waren sich nach der Planwagenfahrt einig, wie es mit dem Messeler Hügelland weitergehen soll. Der Schwerpunkt wird sich hin zu einer verstärkten nachhaltigen Pflege- und Unterhaltungsphase verlagern. Langfristiges Ziel soll dabei sein, Strukturen und Voraussetzungen zu schaffen, damit der Erhalt der Artenvielfalt gesichert werden kann. Zum Schluss blieb aber die Hoffnung, dass das Projekt auch nach den drei Jahren eine weitere Förderung erhält.

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