„Arbeitskreis Flüchtlinge“ bittet um Unterstützung

Verständnis für Asylbewerber hilft allen

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Groß-Zimmern - Seit fast 70 Jahren ist in Deutschland kein Krieg mehr, die meisten leben hier in Freiheit und zunehmendem Wohlstand. Davon können dieviele Menschen auf der Welt nur träumen.

In zahlreichen Ländern leidet die Bevölkerung unter Krieg und den damit verbundenen, oft unmenschlichen Lebensumständen. Millionen Flüchtlinge suchen Schutz und Sicherheit hauptsächlich im eigenen Land, in Grenzregionen und ein relativ kleiner Teil auch in Ländern wie Deutschland. „Oft können wir uns gar nicht vorstellen, was diese Menschen alles erleben mussten, bevor sie bei uns ankommen“, meint Ulrike Schultheis vom Arbeitskreis Flüchtlinge. Die Gruppe engagierter Helfer hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Menschen das Ankommen in einem völlig fremden Land mit fremder Sprache und Kultur zu erleichtern. Vielerorts in Deutschland und auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg haben sich solche Arbeitskreise gebildet, um die ankommenden Flüchtlinge in verschiedensten Bereichen zu unterstützen. Ohne diese direkte Hilfe vor Ort ginge wohl gar nichts mehr.

Zurzeit besteht der Arbeitskreis in Zimmern aus zwölf Personen, die sich je nach persönlichen Voraussetzungen mit den Flüchtlingen beschäftigen. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, eine Flüchtlingsfamilie oder Einzelperson dauerhaft und umfänglich zu begleiten oder aber nur punktuell bei Bedarf Hilfe zu leisten. Mögliche Aufgabenfelder sind zum Beispiel: Haushalt und örtliche Orientierung. Den Menschen zeigen, wo man einkaufen kann, oder wo man Hilfe bei verschiedenen Fragestellungen findet.

Mülltrennung und mehr

Wichtig sind auch Erläuterungen darüber, wie mit dem Abfall umzugehen ist und wie Mülltrennung funktioniert. Natürlich sollte den Neuen auch gezeigt werden, wo sie ärztliche Hilfe finden, wie man einen Termin vereinbart und man kann sie darin unterstützen, einen Mediziner zu finden, der ihre Muttersprache versteht. Wer sich hier nicht auskennt ist gewiss auch dankbar, wenn man ihn am Anfang begleitet. Ganz wichtig ist den Helfern, Berührungsängste auf Seiten der Flüchtlinge und der Bevölkerung abzubauen, eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Integration in der Nachbarschaft. Deshalb werden Begegnungstreffen organisiert. Weitere Hilfestellungen sind beim Verstehen und Ausfüllen von Formularen oder der Begleitung zu Ämtern gefragt. Es wird versucht, möglichst allen Ankommenden die Teilnahme an einem Deutschkurs zu ermöglichen und auch Hilfe bei der Suche nach sinnvoller Beschäftigung, die Einbindung in Vereine und vieles mehr sind gefragt.

Familien mit Kindern benötigen Unterstützung im Kontakt mit Schule, Kindergarten und Elternschaft. Der Arbeitskreis will auch Hilfe bei Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche bieten. Die Mitglieder des Arbeitskreises erhalten vielfältige Unterstützung durch das Quartiersmanagement der „Sozialen Stadt“ in Groß-Zimmern, die Kirchen und die Kinder- und Jugendförderung. Man arbeitet eng mit dem Amt für Flüchtlinge zusammen und setzt sich regelmäßig auch zu Vernetzungstreffen zusammen, besucht Fortbildungen und Informationsveranstaltungen. Da sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr noch weitere Flüchtlinge in Zimmern aufgenommen werden müssen, werden dringend noch Menschen gesucht, die sich dem Arbeitskreis anschließen und Aufgaben übernehmen wollen. „Wenn Sie sich eine Mitarbeit bei uns vorstellen können, freuen wir uns über einen Anruf von Ihnen“, ermutigt Schultheis zur Mitarbeit.

Wichtige Telefonnummern

Informationen erteilen Jugendpfleger Tom Hicking, unter Tel.: 497367, oder bei Ulrike Schultheis, Tel.: 06071/71265. „Gehen Sie offen auf die Flüchtlinge zu, sprechen Sie sie an, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Manchmal hat eine kleine Geste große Wirkung“, wirbt Schultheis.

Wer Ideen zu Integration und Unterstützung hat, sollte sich ebenfalls melden. „Werben Sie für die Unterstützung und das Verständnis für die Situation der Flüchtlinge, die hier Schutz und Sicherheit suchen.“ Auch auf Spenden ist der Arbeitskreis angewiesen. Gut erhaltene, moderne Kleidung, Haushaltswaren, Fahrräder und Spielzeug können montags zwischen 11 und 13 Uhr bei der Kinder- und Jugendförderung abgegeben werden. Diese Sachspenden können sich sowohl Flüchtlinge als auch andere Bedürftige zu den gleichen Zeiten dort kostenlos abholen. Für Möbel und ähnliches gibt es derzeit leider keine Lagermöglichkeit. Wer gut erhaltene Möbel abzugeben hat, sollte sich deshalb bei der Kinder- und Jugendförderung melden. Die Gemeinde und der Landkreis suchen dringend Wohnungen für Asylbewerber, die ortsübliche Miete wird vom Landkreis gezahlt. Wer eine Wohnung zu weiß, kann dies bei Bürgermeister Achim Grimm melden, unter Tel.: 06071/970255. Der Arbeitskreis trifft sich wieder am Mittwoch, 10. Dezember, um 18.30 Uhr im Jugendzentrum.

guf

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