Vögeln auf der Spur

Viele alte Bekannte

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Im Zimmerns Wäldern zwitschert es bereits gehörig. Auch so mancher Neuzugang lässt von sich hören. Der Blick bei einer Vogelstimmenwanderung ist selten nach unten gerichtet, hier betrachten die Vogelfreunde aber schon die ersten Wasserpflanzen in einem Tümpel.

Gross-Zimmern - Einige Zugvögel sind schon da, andere lassen noch auf sich warten. „So lange es nachts noch regelmäßig friert, bleiben die lieber in Südfrankreich“, sagte Vogelkenner Franz Peter aus Groß-Umstadt. Von Ulrike Bernauer 

Er begleitete auch in diesem Jahr die Vogelstimmenwanderung des Nabu Groß-Zimmern, zu der der Vorsitzende Dr. Lothar Jacob am Sonntagfrüh eingeladen hatte. Dass es tatsächlich in den Nächten noch so kalt wird, erlebten auch die Wanderer um 8. 30 Uhr morgens. Der Atem stieg noch als Rauchfahne empor und so mancher Tümpel war von einer dünnen Eisschicht bedeckt.

Die elfte dokumentierte Wanderung stand an, seit dem Jahr 2005 hat der Biologe eine Liste dabei, auf der die gehörten und gesichteten Vögel eingetragen werden. Am Ende der Wanderung zeigte sich Jacob sehr zufrieden: Mit 21 Vogelarten hatte die Gruppe bereits ein sehr reges Zwitschern vernommen. In schlechteren Jahren machten sich nur 14 Arten lautstark bemerkbar.

Wichtiges über Tierarten gelernt

Am Sonntagmorgen waren die üblichen Verdächtigen wie Kleiber, Kohlmeise, Buchfink oder Zaunkönig dabei, die die Truppe fast jedes Jahr hört oder sichtet. Selten begegnet man hingegen in unseren Breiten Anfang März einem Kernbeißer oder einem Erlenzeisig, an diesem Morgen war das aber der Fall. Die Wanderer erfreuten sich nicht nur an den Vogelstimmen, die auf den Frühling hindeuten. Sie erfuhren auch allerhand über den Lebensraum der Tiere. Die Tour führte vom Parkplatz Waldschleife erst in Richtung Dieburg, vorbei an einem Birkenwäldchen. „Für den Förster ist so ein Birkenwald nicht so wertvoll, weil sich das Holz kaum verkaufen lässt“, sagte Peter, „aber für die Tierwelt schon“.

Manche Tierarten seien auch Indikator für einen gesunden Wald. Wenn sich beispielsweise viele Buchfinken in einem Wald aufhalten, dann ist auch der Buchenwald gesund, schließlich hat der Vogel von dieser Baumart seinen Namen. Immer wieder blieben die Wanderer stehen, große Strecken wurden nicht zurückgelegt. Wenn die Vogelfreunde einen Piepmatz hörten, dann wollten sie ihn schließlich auch nach Möglichkeit sehen. So zeichnete sich das typische Bild einer Vogelstimmenwanderung ab. Die Köpfe waren alle in die Höhe gereckt und viele hatten ein Fernglas vor den Augen, um beispielsweise den Grünspecht, der sich dekorativ in einem Baumwipfel niederlässt, auch in seiner ganzen Pracht sehen zu können.

Kraut statt Amphibien

Diesmal senkten sich die Köpfe aber mitunter auch völlig atypisch nach unten. „Wir sind hier im Messeler Hügelland, in dem auch im Wald viele Tümpel und kleine Teiche für Amphibien angelegt wurden“, so Jacob. Amphibien sieht man zwar um diese Jahreszeit noch nicht, dafür aber das eine oder andere Kraut, das trotz der frostigen Temperaturen schon ein wenig Grün in die Landschaft bringt.

So erfreuten sich die Wanderer nicht nur am Frühlingsgezwitscher der Vögel, sondern nahmen auch sonst einiges an Informationen mit nach Hause, auch wenn sich der eine oder andere nach dem kalten Vormittag auf einen heißen Kaffee oder Tee zu Hause freuen konnte. Dr. Lothar Jacob und Franz Peter hingegen waren mit der Ausbeute ausgesprochen zufrieden. „Es war, seit wir mit den Aufzeichnungen begonnen haben, unser erfolgreichstes Jahr.“

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