MGH stellt Bilder von Flüchtlingen aus

Viele haben noch nie zuvor gemalt

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Heimat in Bildern: Das Werk von Muhammad Siddique Gondal betrachtet Monika Belke (Mitte) zusammen mit dessen Frau Amna, Sohn Wanada und Tochter Paxeezay.

Groß-Zimmern - Die Wände im Mehrgenerationenhaus (MGH) sind am Donnerstag mit farbenprächtigen Bildern geschmückt. Ehrenamtslotsen hatten im Juli eine Malaktion initiiert und nun die Ausstellung organisiert. Von Ulrike Bernauer

Viele Teilnehmer, deren Gemälde nun an der Wand hängen, haben in ihrem ganzen Leben noch nie den Pinsel geschwungen. „Eigentlich wollten wir noch mehr Exponate aus unseren verschiedenen Kunstaktivitäten zeigen“, sagt Monika Belke, Ehrenamtslotsin und Künstlerin. „Aber bis auf diese Bilder hier war es schwierig, die entstandenen Kunstwerke wieder zu bekommen.“ Viele Kinder hatten sich beteiligt und die haben ihre Gemälde, unter anderem bemalte Kürbisse oder Schmuckstücke, etwa an Oma oder Opa verschenkt. Dennoch freut sich Belke mit ihren Kolleginnen, dass zumindest einige Gemälde noch einmal bewundert werden können. Sie zeigen hauptsächlich die Heimat der Künstler und da hier auch viele Asylbewerber mitgemacht haben, kann der Betrachter ganz unterschiedliche Motive sehen. „Viele der Flüchtlinge haben noch nie zuvor gemalt“, sagt Belke.

Zunächst einmal sind da zwei Kirchtürme zu sehen. Ilse Schumann lebt zwar in Zimmern, hat aber nicht Groß-Zimmern, sondern Künzelsau gemalt, wo sie aufgewachsen ist. Zu bewundern allerdings auch die Berge von Nepal. Die hat Maity Held auf die Leinwand gebannt. Sie lebt zwar auch schon länger in Groß-Zimmern, stammt aber aus dem Himalaya.

Larifa aus Afghanistan hat einen leuchtend grünen Apfel gemalt, der einem vor dem blauen Hintergrund förmlich ins Auge springt. „Äpfel sind in ihrer Heimat eine wichtige Obstsorte“, übersetzt Maity Held. Muhammad Diddique Gondal hat seine Heimat Pakistan dargestellt und da er sich nicht für ein Motiv entscheiden konnte, hat er Felder, Berge, Minen, einen See und noch vieles mehr gemalt. „In dem See gibt es sehr wohlschmeckende Fische“, übersetzt sein neunjähriger Sohn Wanada. Acht kreative Aktionen für Erwachsene und Kinder ab acht Jahren haben die Ehrenamtslotsen im Jahr 2015 angeboten. Masken wurden gebastelt, für Ostern Eier bemalt, mit Naturmaterialien wurde gebastelt oder textil gestaltet und eben gemalt.

Auch im kommenden Jahr will man wieder kreativ tätig werden. Drei Veranstaltungen sind schon in der Planung. Voraussichtlich im April soll sich alles ums Buch drehen, im September soll öffentlich, am liebsten auf der Straße oder einem Platz, die Veranstaltung „Musik ist Leben“ stattfinden. Am Donnerstagabend freuen sich die Künstler erst einmal, dass sie ihre Gemälde nun wieder mit nach Hause nehmen können. Den Teilnehmern hat das Malen sehr viel Spaß gemacht. Die Ehrenamtslotsen hingegen freuen sich darauf, die Maler auch bei einer der kommenden Aktionen wieder zu sehen.

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