Zimmerner bieten Dieburgern Nachhilfe an

Vier Deiwelsgeije für den Taxi-Siggi

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Taxi-Siggi (r.) und Thomas Beutel mit den Deiwelsgeije.

Groß-Zimmern - „Ich hab" gedacht, ich seh nicht recht“, sagt das Zimmerner Original Taxi-Siggi noch immer verwundert. Vier „Deiwelsgeije“ konnte der begeisterte Kerbborscht vom Jahrgang 1955/56 in Dieburg vor der Vernichtung durch die Sperrmüllpresse retten. Von Gudrun Fritsch

Groß-Zimmern - „Ich hab" gedacht, ich seh nicht recht“, sagt das Zimmerner Original Taxi-Siggi noch immer verwundert. Vier „Deiwelsgeije“ konnte der begeisterte Kerbborscht vom Jahrgang 1955/56 kürzlich in Dieburg vor der Vernichtung durch die Sperrmüllpresse retten.

Sie standen an der Ketteler Straße nahe dem Finanzamt beim Schrott zum Abholen bereit. „Zum Glück hatte ich eine sehr verständnisvolle Dame im Taxi, die den Kulturfrevel ebenfalls nicht akzeptieren wollte“, berichtet er. So war es ihm möglich, anzuhalten und die vier langen Instrumente kurzerhand einzuladen. Siggi (mit bürgerlichem Namen Reiner Opper) und Kerbikone Thomas Beutel können von vielen Deiwelsgeije-Geschichten berichten. Dass sich Zimmerner Kerblieder gut auf den Instrumenten spielen lassen, haben die inzwischen verstorbenen Horst Übel und Willi Landschädel bestens bewiesen.

„Äla bum“ werde auf diesen Instrumenten wohl nicht mehr gespielt. „Für die alte Technik benötigt man etwas Taktgefühl, und das haben unsere Nachbarn wohl verloren“, sagt Beutel.

Er könne jedoch auch Dieburgern Kurse für das taktvolle Spiel auf der Deiwelsgeije anbieten. „Die erste Lektion wird dabei gewiss der Zimmerner Kerbmarsch sein. Für etwas Fortgeschrittenere steht dann die Zimmerner Nationalhymne auf dem Lehrplan.“

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