Freude am Tier verbindet

Vogelbörse lockt Züchter und Tierliebhaber an

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Selina- Maria schaut den Rosacolis bei der Vögelbörse gerne beim Klettern zu.

Groß-Zimmern - Die einen kamen, um seltene Exemplare zu finden, andere, um die Tiere zu beobachten: Viel los war wieder bei der Vogelbörse in der Mehrzweckhalle. Von Ulrike Bernauer 

Bereits zum dritten Mal fand nun die insgesamt 15. Vogelbörse des Kanarien-Vogelzucht und Schutzvereins Groß-Zimmern am Sonntagvormittag in der Mehrzweckhalle statt. Das helle und freundliche Ambiente gefiel dabei nicht nur den Tieren, die sich dort in Käfigen stapelten, sondern auch den vielen Besuchern. Rund 40 Züchter hatten ihre Vögel ausgestellt und hofften am Ende, mit sehr viel weniger Exemplaren wieder nach Hause fahren zu können. Am frühen Morgen, als die Züchter unterwegs waren, war die Halle richtig voll. „Da ist die Auswahl noch größer“, wusste der Vorsitzende des Vereins, Peter Steinbeck. Am späteren Vormittag waren dann eher die Bürger da, die einfach mal gucken wollten oder damit liebäugelten, sich einen gefiederten Freund fürs Wohnzimmer anzuschaffen. „Die legen weniger Wert auf die Zucht, sondern haben einfach Spaß am Tier“, sagte Steinbeck.

Auch Tatjana Horst gehörte zu den Liebhabern. „Ich hatte meinen ersten Vogel mit zwölf Jahren und seitdem mein ganzes Leben mit Tieren verbracht. Ich suche einen Wellen- oder Nymphen-Sittich, der passt zu meinen anderen Vögeln.“ Tatjana Horst selbst besitzt mehrere Vögel, die andere wegen eines Handicaps abgegeben hatten, unter anderem eine Blaustirnamazone, die inzwischen das stolze Alter von 54 Jahren erreicht hat. „Ich nehme gerne gehandicapte Vögel auf, ich will ihnen noch eine Chance geben. Sie sitzen zusammen in einer großen Voliere, denn ich will die Tiere im Schwarm halten.“ Züchter Werner Göbel kam sogar aus Mühlhausen bei Heidelberg angereist. Positurkanarien will er an neue Besitzer vermitteln, „weil ich jede Menge Nachwuchs hatte.“ Göbel stellt auch auf Meisterschaften aus, bei der jüngsten wurde er mit seiner Rasse zweiter Deutscher Meister. „Ich züchte seit meinem 13. Lebensjahr, also seit 50 Jahren, der Onkel hat mich auf das Hobby gebracht.“

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Rudolf Baltau kam aus Weiterstadt. „Wenn es zeitlich klappt, komme ich hierher“, sagte er. Baltau hatte verschiedene Vogelarten dabei, unter anderem Augenring-Sperlingspapageien. „Die kommen aus Südamerika und gehören zu den kleinsten Papageien, die es gibt“, wusste der Experte. Der Züchter wird im März 80 Jahre alt und will einen Entschluss verwirklichen. „Dann höre ich auf, deshalb verkaufe ich nun nach und nach meine Vögel. Ich züchte zwar schon so lange, aber man braucht immer jemand zum Füttern, wenn man mal weg ist. Ursprünglich hatte ich 150 Vögel, mittlerweile sind es nur noch 40. Im Laufe des Jahres werden alle weg sein.“ Roswitha Linß ist hingegen mit ihrem Sohn Tian gekommen. „Wir wollen ihm mal ein paar Vögel zeigen“, sagte Linß. „Mein Mann guckt, ob er ein schönes Exemplar findet. Wir haben vergangenes Jahr schon einmal geschaut, aber nichts gefunden. Züchten tun wir allerdings nicht“, erzählte sie. Alfred Koriak ist aus Offenbach gekommen, er züchtet für den Verkauf. „Wir haben eine große Zuchtanlage. Hier war ich noch nie. Die Geschäfte laufen gerade so, aber man kann nie wissen, was man verkauft, denn die Leute kaufen das, was sie brauchen“, so sein Fazit.

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