Abschnitt verärgert Spaziergänger und Radfahrer

„Wanderweg“ am Schlammloch von Habitzheim

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Bei Starkregen wird der Weg am Glockenrain zu einem kleinen See.

Groß-Zimmern - Mit viel Aufwand ist vor einigen Jahren im Rahmen des Radwegeausbaus der Feldweg am Glockenrain, zwischen Klein-Zimmern und der Tannenmühle nahe dem Reinheimer Teich mit einer wassergebundenen Decke versehen worden – bis auf sie letzten 150 Meter ganz im Süden, wo der Weg an der Landesstraße 3413 endet. Von Gudrun Fritsch und Klaus Holdefehr 

Dieser Abschnitt wird insbesondere angesichts des derzeitigen Dauermonsuns immer wieder zum Ärgernis, denn auf dem von landwirtschaftlichen Fahrzeugen durchfurchten Boden bildet sich dann eine schlammige Seenplatte, die nur schwer zu passieren ist. Abhilfe ist nicht in Sicht. Dieser Wegeabschnitt liegt schon auf Otzberger – genauer: Habitzheimer – Gebiet. Dort hat die Nachbargemeinde das Sagen über Investitionen und Baumaßnahmen. Es gab schon vor einigen Jahren in diesem Zusammenhang Kontakte, doch die Bemühungen um eine Verbesserung blieben ebenso im Schlamm stecken wie manches Fahrrad. Kürzlich hat die Zimmerner Liste (ZiLi) mit einer ihrer ersten kommunalpolitischen Initiativen das Thema wieder aufgegriffen und beantragt, das Wegestück in Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde endlich bei jedem Wetter passierbar zu machen – am besten durch eine Fortsetzung der wassergebundenen Decke bis zur Landesstraße.

Bürgermeister Achim Grimm teilte mit, dass mehrere Gespräche mit der Gemeinde Otzberg stattgefunden haben. Auf Zimmerner Seite könne man keinen Beschluss fassen, den Wegeabschnitt in eigener Regie herzustellen, denn der befinde sich eben nicht auf Zimmerner Territorium. Von der Otzberger Seite werde unter anderem darauf verwiesen, dass sich der Weg ein wenig auf Privatgrund verlagert habe und es deshalb für eine Sanierung das Einvernehmen des Eigentümers braucht.

Ja, es sei sozusagen ein „Wanderweg“, teilte Otzbergs Bürgermeister Matthias Weber dem Lokal-Anzeiger (LA) auf Anfrage augenzwinkernd mit. „Der Weg verläuft nicht mehr in seinen Grenzen, sondern ist mit den Jahren auf Privatgelände gewandert. Dort kann die Gemeinde ohne Zustimmung des Eigentümers oder durch Grundstücksübertragung nicht einfach mal einen Weg bauen. Leider habe ich vom Eigentümer noch keine Antwort.“

Generell sei von Otzberger Seite keine schnelle Lösung in Sicht, und dafür gebe es noch einen weiteren Grund: „Für den Wegebau habe ich nur sehr begrenzte Mittel zur Verfügung“, so Weber. Das wirft die Frage einer finanziellen Beteiligung Zimmerns auf, denn auf dieser Seite liegt das größere Interesse an einer Instandsetzung, weil unter den Nutzern die Zimmerner deutlich überwiegen. In der Gemeindevertretung ist dazu noch kein Beschluss gefasst worden. Janek Gola (ZiLi) hat den Antrag zurückgestellt. So wird er „im Geschäftsgang bleiben“ und wohl zu gegebener Zeit wieder aufgerufen.

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