Zwischen Armut und Hoffnung

Frauen entdecken Kuba

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Cordula Habenicht, Christel Seib und Rosemarie Busch-Maiwald (von links am Stehtisch im Hintergrund) brachten den Besucherinnen des Frauenfrühstücks anlässlich des Weltgebetstages das Land Kuba näher.

Groß-Zimmern - Musik, Tanz, gutes Essen, aber auch Kommunismus und Existenzängste haben die Menschen in Kuba geprägt. Zum Weltgebetstag gab es ein ökumenisches Frauenfrühstück im katholischen Pfarrzentrum. Von Ulrike Bernauer 

Der Redebedarf bei den Frauen ist enorm. Auch die kubanische Musik, mit der Cordula Habenicht am Samstagvormittag den Beginn des Weltgebetstags im katholischen Pfarrzentrum einläuten will, stoppt den Redefluss nicht. Habenicht muss sich energisch Gehör verschaffen, dann allerdings ist es mucksmäuschenstill im Saal. Zahlreiche Frauen sowohl aus der katholischen als auch der evangelischen Kirchengemeinde sind gekommen. Auch die Moderatorinnen und Sprecherinnen, die durch das Frauenfrühstück zum Weltgebetstag zum Thema Kuba führen, stammen aus beiden christlichen Konfessionen.

Rosemarie Busch-Maiwald spielt eine Touristin, stellt sich an einen Bistrotisch und hängt ihren Erinnerungen an ihre Reise nach Kuba nach. Sie erinnert sich an ein Leben, das hauptsächlich draußen stattfindet und in der Regel auch in der Geselligkeit: „Die Menschen sind so gut wie nie alleine und wenn sich dann doch jemand einmal zurückziehen will und Ruhe haben möchte, dann sorgen sich die anderen und meinen, dass er ein bisschen Aufmunterung braucht. Unter dem Motto: Geselligkeit ist die beste Medizin, das wäre bei uns völlig unvorstellbar.“ Nach Kuba entführten Busch-Maiwald, Habenicht und Christel Seib am Weltgebetstag der Frauen, weil Kuba in diesem Jahr das ausgewählte Land ist. In Form eines Gespräches, in der fiktiven Annahme, sie hätten gerade eine Kubareise hinter sich, brachten die drei den zahlreichen Frauen, die zum Gebetstag mit Frühstück gekommen waren, das Land näher. An das Tanzen erinnerten sie sich, am liebsten würde sie eine flotte Sohle hinlegen, aber auch an das Essen, das in den „Paladares“, den Privatrestaurants, hervorragend ist.

Das Thema „Hoffnung“ war den Frauen auf Kuba besonders wichtig. Kuba war als Land für den Weltgebetstag eingesprungen, weil sich das Land, das eigentlich ausgewählt war, zurückgezogen hatte. Nach dem Frühstück gab es dann einige Informationen zu Kuba. So wurde die Insel 1492 von Kolumbus erobert. Ende des 19. Jahrhunderts kämpften die Kubaner um die Unabhängigkeit von Spanien, die USA übernahmen in der Folge die Vorherrschaft. Fidel Castro verhalf dann mit zur Unabhängigkeit, allerdings mit vielen Schattenseiten. Die USA wurde sozusagen ausgesperrt, Kuba verbündete sich mit der Sowjetunion. Das Tauwetter zwischen den USA und Kuba vermittelte Papst Franziskus erst in jüngster Vergangenheit. Elf Millionen Einwohner hat Kuba, zwei Millionen Kubaner leben im Exil, hauptsächlich in Florida. Viele Kubaner müssen auch heute noch um das Überleben kämpfen, dennoch sind sie stolz, temperamentvoll und lieben die Musik und die Geselligkeit. Zu den zahlreichen Informationen konnten die Frauen auch viele Fotos von Kuba und den Menschen dort sehen. Zwischen den Informationen wurden bei diesem ökumenischen Frühstück einige Lieder gesungen. Den Abschluss bildete der bekannte Song „Imagine“ von John Lennon, der in Kuba für seine antiamerikanische Haltung verehrt wird. In einem Park sitzt nun eine Statue des Musikers. Der Text des Liedes begeistert die Kubaner: „Stell" dir vor, es gäbe keinen Besitz mehr. Ich frage mich, ob du das kannst. Keinen Grund für Habgier oder Hunger, eine Menschheit in Brüderlichkeit. Stell dir vor, all die Menschen, sie teilten sich die Welt, einfach so.“

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