Zehn Jahre musikalische Grundschule / Film mit Cellistin Anastasia Kobekina

Weltprämiere in der Friedensschule

Die junge Cellistin Anastasia Kobekina spielt auf ihrem Cello ein Märchen für die Friedensschüler.

Von Ulrike Bernauer.

Groß-Zimmern - Anastasia Kobekina ist dem Schulalter mit 20 Jahren selber gerade erst entwachsen und doch schon auf der Überholspur zum Weltstar. Die junge Cellistin studiert zur Zeit an der Kronberg Academy, wo die weltbesten Cello-Schüler ausgebildet werden. Trotz ihres jungen Alters hat sie schon mit weltbekannten Orchestern gespielt, unter anderen dem Warschauer Sinfonieorchester oder den Wiener Symphonikern.

Am Donnerstag früh besuchte sie die Friedensschule im Rahmen der Aktionen der musikalischen Grundschule. Diese besondere Schulform ist zehn Jahre alt und zum Geburtstag wird auch ein Film gedreht. Also hatte Kobekina nicht nur sich und ihr Cello mitgebracht, sondern auch noch einen Kameramann und Christoph Gotthardt vom hessischen Kultusministerium, der die Cellistin am Klavier begleitete.

Die Friedensschüler, alle 15 Kinder der Streicher-AG und zwei zweite Klassen der Grundschule, waren schon ganz gespannt. Denn sie durften eine Weltprämiere erleben. Kobekina erzählte mit ihrem Cello und ihrer Stimme die Geschichte vom musikalischen Märchenland und die Friedensschüler waren die ersten, die das musikalische Märchen hören durften. Gespannt lauschten sie der Geschichte, die die Cellistin häppchenweise erst als Erzählung vortrug und dann vorspielte.

Genau hörten die Kinder den Kuckuck, den die junge Musikerin mit dem Cello spielte, aber auch die böse Zauberin, die sich entsprechend düster anhörte.

Viele verschiedene Stimmungen kann Kobekina auf dem Cello darstellen, immer passend zu der Einstellung der Person, die sie gerade porträtiert. Die Kinder dankten es ihr mit intensiver Konzentration und viel Applaus nach jedem Stück. Schulleiter Axel Pucknat sagte erstaunt: „Ich wusste gar nicht, was man mit dem Cello alles anstellen kann.“

Ein paar Fragen hatten die Zimmerner Kinder auch an die Künstlerin.

Sie wollten wissen, wie lange sie täglich übt. „Vier bis fünf Stunden“, so die Antwort, „danach ist mein Kopf leer.“ Die Kinder waren beeindruckt, dass die Musikerin schon mit vier Jahren mit dem Unterricht begonnen hatte. Kobekina hat sich dem Projekt „Rhapsody in School“ angeschlossen, bei dem bekannte Musiker in Grundschulen gehen und dort kleine Konzerte zum Besten geben. So kam auch die Friedensschule in den Genuss und Pucknat freute sich, dass die Schule nun auch noch im Jubiläumsfilm über die musikalische Grundschule vorkommen wird. Nils aus der zweiten Klasse lernt im Orchester der Friedensschule Cello. Er war sehr mutig und kam nach dem Märchen nach vorne, um selber auf dem Cello zu spielen. Kobekina begleitete ihn und Nils war sehr aufgeregt, mit einem Weltstar zu spielen. Aber er meisterte seine Aufgabe sehr gut und strahlte zum Schluss. Auch er bekam viel Beifall.

Das Friedenschul-Lied wurde noch gemeinsam gespielt und gesungen und dann musste die Künstlerin mit ihren Begleitern schon weiter zur nächsten Schule. Für ein paar Autogramme nahm sie sich aber trotzdem noch Zeit.

Kobekina seufzte am Ende erleichtert auf, dass sie die Weltpremiere so gut gemeistert hatte. „Anastasia hatte aber keine Sorge, dass sie sich auf dem Cello verspielt“, sagte Gotthardt. „Sie kommt aus Russland und ist erst seit zweieinhalb Jahren in Deutschland. Sie hatte eher Angst, dass ihr ihre Erzählung nicht versteht“. Aber die Friedensschüler haben das Märchen, sowohl sprachlich als auch musikalisch wunderbar verstanden.

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